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Panorama

09. Dezember 2016 | 04:59 Uhr

Neuer Song geleakt : Was wir 2016 von den „Spice Girls“ lernen können

vom

Drei „Spice Girls“ singen einen „Song for her“. Ihre „Girl Power“ aus den 90ern trifft nach 20 Jahren noch einen Nerv.

„I tell you what I want, what I really really want …” 1996 sangen Millionen von jungen Mädchen begeistert „Wannabe“ von den „Spice Girls“ mit. 20 Jahre später ist auf Youtube ein neuer Song von drei der ursprünglich fünf „Spice Girls“ – Emma Bunton, Geri Horner und Melanie Brown -  aufgetaucht. Titel: „Song for her“. Seichter Pop mit der Botschaft: Frauen sind stark - bitte aufstehen.

 

Für „Girl Power“ stand die zusammengecastete Band in den 90ern – und das so einfache wie überzeugende Konzept riss die jungen Fans mit: Mädchen sind super. Wir können mit unseren Körpern machen, was wir wollen. Wir können anziehen, was wir wollen. Wir können sein, wer wir wollen.

 

Jede inszenierte einen anderen „Mädchentyp“ – immer noch im Rahmen gängiger Rollenklischees, aber immerhin.

 

Dass dahinter mehr gesteckt haben dürfte als eine reine Marketingmasche, demonstriert auch ein Video, das in der vergangenen Woche auf Twitter herumgereicht wurde und die Dreharbeiten zu einem Polaroid-Werbespot mit den „Spice Girls“ zeigt. Inzwischen ist das Video bei Twitter und Youtube gelöscht, aber es wurde genug darüber berichtet, um den Vorfall zu rekonstruieren (zum Beispiel beim Onlinemagazin „Refinery29“, der „Huffington Post“ und dem „Independent“).

Die fünf jungen Sängerinnen gerieten demnach in Rage, nachdem ein Mitarbeiter am Set für den Werbespot sie aufgefordert hatte, „mehr Dekolleté“ zu zeigen. Die „Spice Girls“ trugen Schuluniform – in dem Spot für Polaroid spielten sie katholische Schulmädchen, die von Nonnen wegen schockierender Schnappschüsse herausgeworfen werden.

„Warum fragst du das?“, ruft Mel B. dem Mann zu. „Jeder Mann hat diese Fantasie“, antwortet er. „That’s showbiz.“

Und die „Spice Girls“ drehen auf: „Du bist ein chauvinistisches Schwein. Das ist so ein billiger Vorwand“, sagt Geri Halliwell. Victoria Adams (heute Beckham) nimmt ihm kurzerhand die Sonnenbrille ab. „Die Sonne scheint gar nicht. Versuch gar nicht erst nicht, cool auszusehen.“

Natürlich zeigten die „Spice Girls“ in den 90ern viel Haut. Dieses Video macht aber den entscheidenden Unterschied zwischen Selbst- und Fremdbestimmung deutlich. Am Ende rufen Mel B und Mel C: „Girlpower!“

Diese Macht hat in 20 Jahren offenbar nichts von ihrer Wirkung verloren. Die Vereinten Nationen nutzten „Wannabe“ im Sommer für ihre Kampagne #whatireallyreallywant. In dem Video zeigen Mädchen und Frauen rund um die Welt, was sie wirklich wollen: Teilhabe, Gleichberechtigung, Bildung.

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erstellt am 24.Nov.2016 | 16:45 Uhr

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