zur Navigation springen

Panorama

10. Dezember 2016 | 19:34 Uhr

Wettermoderator gegen „Bild“-Zeitung : Vor Gericht: Jörg Kachelmann beharrt auf Entschädigungs-Forderung

vom
Aus der Onlineredaktion

Vom Vorwurf der Vergewaltigung wurde Kachelmann freigesprochen. Und bekam daraufhin schon eine Rekordsumme als Entschädigung wegen der Berichterstattung über ihn zugesprochen. Doch der Moderator will mehr Geld.

Köln | Fortsetzung im Rechtsstreit Jörg Kachelmann gegen die „Bild“-Zeitung und Axel Springer: Der Schweizer Wettermoderator möchte 950.000 Euro Entschädigung haben - zunächst lag seine Forderung bei 2,25 Millionen. Der Grund: Durch die Berichterstattung über den Prozess wegen mutmaßlicher Vergewaltigung 2011, indem Kachelmann angeklagt war, aber nicht verurteilt wurde, sieht er sich verleumdet. Ihm war in erster Instanz bereits eine Rekordentschädigung zugesprochen worden - es war jedoch weniger als er gefordert hatte. Gegen das Urteil hatten sowohl Kachelmann als auch die Beklagten Berufung eingelegt. Am Donnerstag beschäftigt sich das Oberlandesgericht in Köln mit dem Fall. Dort war Kachelmann in einem anderen Verfahren im März bereits der Unterlegene - gegen „Bild“-Kolumnistin Alice Schwarzer.

Jörg Kachelmann präsentierte lange Zeit das Wetter im Ersten Deutschen Fernsehen. 2010 wurde er wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer ihm nahestehenden Frau verhaftet. Im anschließenden Gerichtsprozess wurde die Anklage gegen ihn jedoch fallen gelassen. Kachelmann kündigte danach an, nicht mehr im Fernsehen moderieren zu wollen und zog sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Journalisten, die über seinen Prozess berichteten, überzog er mit Klagen.

In dem Berufungsverfahren vor dem Oberlandesgericht geht es um die Zahlung einer Geldentschädigung wegen der Berichterstattung in der „Bild“-Zeitung (Print und Online) über Kachelmann. In erster Instanz hatte das Landgericht Köln die Axel Springer SE wegen schwerwiegender Persönlichkeitsrechtsverletzungen zu einer Zahlung von 335.000 Euro und die „Bild“ GmbH & Co. KG zur Zahlung von 300.000 Euro verurteilt - die Summe galt als eine der bisher höchsten in solch einem Verfahren.

Doch dem Wettermoderator reichte das nicht. Sowohl Kachelmann als auch die Beklagten legten Berufung ein. In der Sendung Schulz & Böhmermann trat Kachelmann im Januar ins Rampenlicht und redete über sein Leben nach dem Freispruch und viele Klagen gegen Medien und Journalisten:

In einem anderen Verfahren vor dem Oberlandesgericht in Köln musste Kachelmann im März bereits eine juristische Niederlage einstecken - gegen Alice Schwarzer. Dabei ging es um einen Artikel Schwarzers für die „Bild“-Zeitung, für die sie über den damaligen Prozess gegen Kachelmann berichtet hatte. Seine Anwälte hatten sich vor Gericht unter anderem gegen einen Absatz aus dem „Bild“-Zeitungs-Text gewehrt. In diesem schrieb Schwarzer, Frauen würden Kachelmann vor Gericht vorwerfen, in ihrer Beziehung „gewalttätig“ gewesen zu sein. Seine Anwälte betrachteten das als einen Eingriff in die Intimsphäre. Faktisch habe das für das Verfahren gar keine Rolle gespielt.

Das Landgericht hatte erst auf Unterlassung entschieden, das Oberlandesgericht die Klage in der Folge aber abgewiesen. Begründung: Der Absatz sei als wertende Zusammenfassung so zulässig. Danach sei auf die einzelnen Aussagen der Frauen Bezug genommen worden. Diese Passagen seien wiederum nicht angegriffen worden. Auch dagegen wolle man weiter vorgehen, kündigte Kachelmanns Anwalt Ruben Engel an.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Apr.2016 | 17:07 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen