zur Navigation springen

Panorama

09. Dezember 2016 | 10:39 Uhr

Nach tödlichen Schüssen in Milwaukee : Video-Statement: So emotional klagt ein junger Schwarzer die Polizei an

vom

Am Rande von Krawallen interviewt der US-Sender CBS den vermeintlichen Bruder des Opfers. Der kritisiert die Polizei.

Milwaukee | Nach den tödlichen Schüssen am Wochenende auf einen bewaffneten Schwarzen in der US-Stadt Milwaukee sind bei erneuten Protesten Schüsse gefallen. Das Video eines emotionalen Interviews mit dem US-Fernsehsender CBS verbreitet sich derweil rasant im Netz. Der vermeintliche Bruder des 23-jährigen Opfers sieht darin die Schuld an den Ausschreitungen bei der Polizei. Sie sei es, die ihrer Pflicht, zu beschützen nicht nachkomme. Krawalle seien das Resultat.

„Wir verlieren täglich Menschen, die wir lieben an die Leute, die geschworen haben uns zu beschützen“, sagt der junge Mann in dem Video. Zu den Ausschreitungen sagt er weiter: „Was hier passiert, dafür ist die Polizei verantwortlich. Das ist, was sie heraufbeschwören. Das ist, was sie provozieren“. „Wir sind nicht diejenigen, die uns töten. Ihr tötet uns. Wir können nichts verändern, wenn ihr euch alle nicht verändert.“

Die Polizei berichtete von Schüssen an drei verschiedenen Orten im Norden Milwaukees. Medienberichten zufolge wurden mehrere Menschen festgenommen. Mindestens zwei Menschen kamem ins Krankenhaus, ein Schussopfer und ein Polizist. Zuvor hatten demnach Demonstranten an einer Kreuzung den Verkehr blockiert und die Polizisten mit Gegenständen beworfen. Diese hatte daraufhin Festnahmen wegen illegaler Versammlung angekündigt.

Bereits eine Nacht zuvor hatte es in der Stadt schwere Ausschreitungen gegeben. Mehrere Geschäfte und eine Tankstelle wurden angezündet und zerstört, wie Polizeichef Edward Flynn am Sonntag mitteilte. Eine 16-Jährige sei angeschossen und vier Polizisten seien verletzt worden. 17 Menschen seien festgenommen worden.

Der Gouverneur des Bundesstaates Wisconsin, Scott Walker, aktivierte am Sonntag die Nationalgarde. Sie wurde laut Polizei allerdings nicht zu den Unruhen in der Nacht gerufen.

Nach Polizeiangaben hatten Streifenbeamte am Samstag ein „verdächtiges“ Fahrzeug angehalten, und die beiden Insassen seien geflüchtet. Einer von ihnen, der 23-jährige Sylville Smith, habe eine Waffe in der Hand gehabt und sich geweigert, sie fallenzulassen. Daraufhin habe einer der Polizisten auf ihn geschossen und ihn getötet. Die Polizei sagt, sie habe von dem Vorfall ein Video einer Körperkamera.

Zuletzt hatte es in verschiedenen Teilen der USA immer wieder Proteste gegen exzessive Polizeigewalt gegen Schwarze gegeben. In diesem Fall waren der Erschossene und der Schütze Afroamerikaner. Der 23-Jährige hatte der Polizei zufolge eine kriminelle Vorgeschichte. Seine Pistole war demnach gestohlen.

(mit dpa)

zur Startseite

von
erstellt am 15.Aug.2016 | 09:38 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen