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Panorama

05. Dezember 2016 | 09:28 Uhr

Gesundheitsschädliches Schwermetall : Verbraucherschützer: Zu viel Blei im Modeschmuck

vom

Die Kontrolleure fanden in 32 Schmuckstücken Bleiwerte oberhalb des Höchstgehalts. Das Schwermetall kann krank machen.

Berlin | Verbraucherschützer haben in mehr als jedem zehnten Modeschmuckstück mehr gesundheitsschädliches Blei als erlaubt gefunden. Bei einer untersuchten Kette sei der Verschluss sogar vollständig aus Blei gefertigt gewesen, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit am Mittwoch in Berlin mit. Die Kontrolleure fanden in 32 von 262 Schmuckstücken Bleiwerte oberhalb des geltenden Höchstgehalts von 500 Milligramm pro Kilogramm. Bei 26 Proben war zudem der Cadmiumgehalt zu hoch.

Ob Modeschmuck zu viel Blei oder Cadmium enthält, können Träger jedoch nur schwer herausfinden. Die Haut ist zwar oft ein Warnsystem - sie juckt oder rötet sich, wenn sie mit Schadstoffen in Kontakt kommt. „Blei oder Cadmium lösen aber keine allergischen Reaktionen aus“, erklärt Prof. Thomas Fuchs vom Ärzteverband deutscher Allergologen.

Damit die Kontaktstelle auf der Haut juckt oder sich rötet, müssten Blei oder Cadmium schon in extrem hoher Konzentration in Schmuckstücken vorkommen. „Bei Modeschmuck ist das in der Regel nicht der Fall“, sagt Fuchs.

Die Schwermetalle können aber auch in geringer Konzentration ernsthaft krank machen, wenn sie über längere Zeit aufgenommen werden. Die Ergebnisse zeigten, dass billiger Modeschmuck häufig problematisch sei, sagte die Vorsitzende der Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV), Juliane Becker. Gefahr entstehe vor allem, wenn der Schmuck verschluckt werden könne. „Dann sind schwerwiegende, sogar tödliche Vergiftungen möglich.“

Im vergangenen Jahr hatten die Experten unter anderem herausgefunden, dass Stecker von Modeschmuck mehr allergieauslösendes Nickel als noch vor einigen Jahren enthielten.

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erstellt am 30.Nov.2016 | 12:32 Uhr

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