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Papst Franziskus : Vatikanexperte: Ein Reformpapst ist nicht allmächtig

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Die Gläubigen seien viel passiver geworden. In den vergangenen 30 Jahren habe es eine „theologische Repression“ gegeben.

Rom | Der italienische Vatikanexperte Marco Politi hat davor gewarnt, die Reform der katholischen Kirche allein von Papst Franziskus abhängig zu machen. „Reformen in der Kirche können nie nur von oben getragen werden. Man stellt sich immer vor: Der Papst ist allmächtig. Der römische katholische Papst ist allmächtig, wenn er konservativ ist“, sagte Politi anlässlich des vierten Amtsjubiläums von Franziskus der Deutschen Presse-Agentur in Rom. „Wenn er Reformen machen will, dann braucht der Papst eine Mobilmachung in der ganzen Kirche.“ Werde die Reformarbeit nicht aktiv von den Gläubigen mitgetragen, könne sie von einem Nachfolger über Nacht gestoppt werden.

Papst Franziskus strebt seit seiner Wahl am 13. März 2013 die Reform der Kirche an. Die Erwartungen an ihn sind seitdem hoch - etwa was Fortschritte in der Ökumene, Lockerungen der Sexualmoral, eine stärkere Rolle der Frauen in der Kirche und die Zölibatsfrage bei den Priestern betrifft. Doch gegen seine Reformen regt sich Widerstand in der Kurie. Und weil sich in der strengen Kirchenlehre kaum Bewegung bemerkbar macht, gehen anderen die Veränderungen nicht weit genug.

Politi beobachtet, dass die Gläubigen viel passiver geworden seien. In den vergangenen 30 Jahren habe es eine „theologische Repression“ gegeben, die viele entmutigt habe. „Vor 40, 50 Jahren gab es auch eine viel mehr engagierte katholische Jugend“, sagte Politi. Heute sei die Jugend abwesend von der Kirche als Struktur. Papst Franziskus habe zwar unter Jugendlichen enormen Erfolg, der allerdings mit seiner Person zu tun habe.

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erstellt am 12.Mär.2017 | 10:20 Uhr

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