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Panorama

04. Dezember 2016 | 23:27 Uhr

Aus Belgien nach Israel : Vater trifft nach acht Jahren seinen entführten Sohn

vom

Die Mutter verschwand mit dem Kind, der Vater suchte jahrelang. Jetzt soll es ein Wiedersehen geben.

Nach acht Jahren verzweifelter Suche soll ein belgischer Vater nächste Woche in Israel seinen Sohn wiedersehen. Der Junge soll als Neunjähriger von der Mutter entführt und versteckt worden sein. Dies bestätigte die belgische Stiftung Child Focus am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Der Fall nähere sich einem glücklichen Ende, sagte Sprecher Dirk Depover.

Vater Vincent Georis hatte mit Hilfe der Stiftung und der belgischen Behörden seit 2008 nach dem kleinen Solal gefahndet. Die französisch-israelische Mutter habe den Kleinen illegal aus Belgien fortgebracht, sagte Depover. Es sei immer vermutet worden, dass sie Solal aus religiösen Gründen im ultra-orthodoxen Milieu in Israel versteckt habe. „Aber niemand wusste, wo er war.“

Die Mutter sei in Israel wegen Kindesentführung verurteilt worden und sitze seit drei Jahren im Gefängnis, sagte Depover. Die glückliche Wende in dem Fall gehe zurück auf eine Vereinbarung der Mutter mit den israelischen Behörden: Sie hoffe auf Freilassung, wenn sie den Kontakt zwischen dem inzwischen 17-jährigen Sohn und dem Vater ermögliche. Im Gegenzug werde die Polizei auch ihre mutmaßlichen Komplizen im ultra-orthodoxen Milieu nicht verfolgen, berichteten israelische Medien.

Den Berichten zufolge kontaktierte Anfang der Woche ein junger Mann die israelische Polizei mit dem Wunsch, seinen Vater Vincent Georis zu sehen. Ein DNA-Test habe bestätigt, dass es sich um Solal handele. Bei dem Besuch der Polizeistation sei er wie ein ultra-orthodoxer Jude gekleidet gewesen, hieß es.

Vater Vincent Georis sagte laut einem Bericht des belgischen jüdischen Gemeindezentrums CCLJ: „In sechs Monaten wird er volljährig. Ich habe mich von einem kleinen Jungen getrennt und werde einen Mann wiedertreffen. Acht Jahre, das ist lang. Aber ich bin so glücklich.“ Er habe schon am Telefon mit Solal gesprochen und hoffe, dass der Junge nach und nach verstehen werde, was passiert sei. „Ich hoffe, dass er ein normales Leben führen, dass er frei sein wird.“

Child-Focus-Sprecher Depover hielt sich bedeckt, wann genau es zu der Wiedervereinigung von Vater und Sohn in Israel kommen soll. Es dürfe auf den letzten Metern nichts mehr schief gehen, sagte er. Das belgische Außenministerium wollte sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern, solange das Treffen von Vater und Sohn nicht stattgefunden habe.

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erstellt am 03.Sep.2016 | 16:50 Uhr

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