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Panorama

06. Dezember 2016 | 17:06 Uhr

Forschung : US-Militär entwickelt Bombenaufspür-Heuschrecken

vom

Eine Forschungsgruppe will Heuschrecken durch eine Operation so verändern, dass sie ihre Sinneswahrnehmungen an das Militär übertragen. So könnten Landminen oder andere Arten von Sprengstoff aufgespürt werden.

St. Louis | Es klingt ein bisschen nach Zeichentrickserie und ein bisschen nach Sci-Fi-Film: Das US-Militär arbeitet daran, Heuschrecken so zu „verändern“, dass die intelligenten Insekten bald Bomben aufspüren können. In einem Jahr soll das Vorhaben mit einem Prototyp in die Realität umgesetzt werden. Das berichtet Quartz.

Die Heuschrecken sollen chemischen Veränderungen, die auf Landminen oder andere explosive Stoffe hindeuten, in der Umgebung mit ihren Antennen wahrnehmen. Dann können sie Menschen, die sich in sicherer Entfernung befinden, alarmieren.

Baranidharan Raman, Mitglied des Projektteams und biomedizinischer Ingenieur, sagt, dass Heuschrecken gegenüber chemischen Veränderungen in ihrer Umwelt sehr empfindlich seien. Das berichtet Popular Science. Einen neuen Geruch würden sie innerhalb von wenigen hundert Milisekunden bemerken und riechen sei nichts anderes, als verschiedenen Chemikalien wahrzunehmen. Wie Menschen, seien Heuschrecken in der Lage, einzelne Gerüche getrennt voneinander zu identifizieren. Menschen nehmen beispielsweise Brandgeruch trotz anderer starker Gerüche, immer separat als Brandgeruch, wahr. Keiner Technologie gelingt es bisher so gut, unterschiedliche Gerüche zuzuordnen, wie dem natürlichen Geruchssinn.

Bekannt ist, dass Hunde darauf trainiert werden können, Sprengstoff am Geruch zu erkennen und Alarm zu geben. Auch mit Delphinen, Elefanten und Ratten ist das bereits gelungen. Heuschrecken haben einen weniger guten Geruchssinn als Hunde, aber dafür einen anderen entscheidenden Vorteil. Sie haben ein unkomplizierteres neurologisches System als Säugetiere und können einfacher manipuliert und kontrolliert werden. Raman berichtet dem St. Louis Public Radio, dass die Heuschrecken einer einfachen Operation unterzogen werden, die dazu führt, dass die Sinneseindrücke des Insekts übertragen werden können. Die Heuschrecken würden sich innerhalb eines Tages von dem Eingriff erholen und sich danach völlig normal verhalten, sagt der Forscher.

Die High-Tech-Heuschrecken könnten dann in schwer erreichbare Gebiete fliegen, zum Beispiel den Spregstoff einer Landmine riechen und mit diesem Sinneseindruck das Militär alarmieren. Aufgezeichnet werden sollen die Informationen, die die Heuschrecke mit ihren Antennen aufnimmt, über eine Elektrode, die ihr ins Hirn implantiert wird. Die Sinneseindrücke können entweder drahtlos übertragen oder auf einem winzigen Speichergerät auf dem Rücken des Insekts gespeichert werden. Die Information soll dann ganz einfach ausgegeben werden: Rotes Licht, wenn Sprengstoff festgestellt wurde, grünes, wenn nicht.

Es ist auch geplant die Wege des Insekts zu steuern, um es in Gefahrengebiete zu lenken. Die Forscher planen, speziell hergestellte Seide auf die Flügel der Tiere zu tätowieren, die Laserlicht in Hitze umwandelt und damit den Reiz auslöst, in eine bestimmte Richtung zu fliegen.

 

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erstellt am 07.Jul.2016 | 13:28 Uhr

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