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Panorama

04. Dezember 2016 | 13:25 Uhr

Prozess gegen Ex-Rebellenführer in Mali : Unesco-Weltkulturerbe in Timbuktu: Dschihadist Al Faqi al Mahdi gibt Zerstörung zu

vom

Die Zerstörung des Weltkulturerbes gilt als Kriegsverbrechen. Der Prozess beginnt mit einem Geständnis.

Den Haag | Es ist der erste Prozess wegen der Zerstörung eines Unesco-Weltkulturerbes und gleich zum Auftakt hat der Angeklagte ein Schuldbekenntnis abgelegt. Er sei für die Vernichtung der von der Unesco geschützten Bauwerke in der Oasenstadt Timbuktu in Mali verantwortlich, gab der mutmaßliche Dschihadist Al Faqi al Mahdi am Montag vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag an. „Ich bereue meine Tat und bitte um Vergebung“, sagte der etwa 40 Jahre alte ehemalige Rebellenführer.

Zerstörung von Weltkulturerbe gibt es auch in anderen Städten, wie eine Chronologie zeigt. Die Anklage will mit dem ersten Prozess ein Zeichen setzen. Chefanklägerin Fatou Bensouda hatte gesagt: „Es geht um einen eiskalten Anschlag auf die Würde und Identität der Bevölkerung und ihre religiösen und historischen Wurzeln.“

Die Dschihadistenmiliz Ansar Dine, die mit Al-Kaida verbündet ist, hatte im Sommer 2012 berühmte mittelalterliche Heiligengräber und eine Moschee in der Oasenstadt Timbuktu im Norden des westafrikanischen Mali zerstört. Die Attacke hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. Es ist der erste Prozess zur Zerstörung von Kulturstätten, was nach internationalem Strafrecht ein Kriegsverbrechen ist.

Das undatierte UN-Foto zeigt das Minarett einer Moschee, die aus Lehm gebaut wurde in Timbuktu (Mali). Es wurde von Islamisten im Jahre 2012 zerstört und ist mittlerweile wieder aufgebaut worden.
Das Minarett einer Moschee, die aus Lehm gebaut wurde in Timbuktu (Mali). Es wurde von Islamisten im Jahre 2012 zerstört und ist mittlerweile wieder aufgebaut worden. Foto: dpa
 

Das von Tuareg-Völkern gegründete Timbuktu am Niger-Fluss war im 15. und 16. Jahrhundert ein wichtiges Zentrum für Handel, Wissenschaft und Religion und spielte eine große Rolle bei der Verbreitung des Islams in Afrika. Die Oasenstadt, auch als „Perle der Wüste“ und „Stadt der 333 Heiligen“ bekannt, diente lange als Bindeglied zwischen dem Mittelmeerraum und Westafrika.

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erstellt am 22.Aug.2016 | 12:04 Uhr

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