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Panorama

10. Dezember 2016 | 12:01 Uhr

Brand in Rouen : Trauer nach Feuer auf Geburtstagsparty in Rouen

vom

In der Nacht von Freitag auf Samstag erschüttert ein schlimmer Brand die westfranzösische Stadt Rouen. Die vorläufige Bilanz: 13 Tote, 7 Verletzte. Die offene Frage: Hat jemand Schuld an der Tragödie?

Rouen | Es ist kurz nach Mitternacht, als sich die Geburtstagsfeier in der kleinen Bar in Rouen in einen Alptraum verwandelt. Eigentlich sollte das Geburtstagskind jetzt die Kerzen auf dem Kuchen ausblasen. Stattdessen steht der Party-Keller wenig später in Flammen. Mindestens 13 Menschen sterben, sieben werden verletzt, darunter eine Person lebensgefährlich. Die Opfer sind jung, zwischen 18 und 25 Jahren.

Einer der Gäste war nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit dem Geburtstagskuchen in der Hand auf einer Treppe gestürzt, wie französische Medien berichten. Es ist AFP zufolge der Brand mit den meisten Todesopfern in Frankreich seit gut zehn Jahren.

Die französische Regierung reagiert noch in der Nacht. Innenminister Bernard Cazeneuve spricht den Betroffenen sein Mitleid aus - das Drama stelle sie „auf eine harte Probe“. Staatssekretärin Clotilde Valter trifft am Vormittag am Unglücksort ein. Der Umstand, dass es junge Menschen waren, die aus ihrem Leben gerissen wurden, sei besonders schmerzhaft, sagt sie.

Am Morgen danach bietet die Bar „Au Cuba Libre“ ein Bild der Verwüstung - Rußspuren, zerborstene Glasscheiben, ein verbrannte Markise. Vor dem Lokal an einer unscheinbaren Durchgangstraße legen erschütterte Menschen Blumensträuße nieder. Einige umarmen sich, sprechen sich Mut zu. Über soziale Netzwerke haben sie von dem Drama erfahren. Es waren Bekannte aus dem weiteren Freundeskreis bei der Feier. „Wir sind hierhergekommen, weil wir mehr wissen wollen. Sind sie tot, leben sie noch?“, fragt einer von ihnen. Im Laufe des Tages kann die Identität der Opfer geklärt werden. Unter ihnen soll auch das Geburtstagskind sein.

Angesichts der Terroranschläge in den vergangenen Monaten bemühen sich die Sicherheitsbehörden schnell klarzustellen, dass das Feuer ein Unfall gewesen sei. Die Frage, ob jemand Schuld an dem Unglück trägt, steht dennoch schnell im Raum. Der Bürgermeister von Rouen wirft im Interview des Radiosenders „Europe 1“ Bedenken an der Sicherheit in der Bar auf: Der Keller sei „ohne Zweifel“ zu klein gewesen für die Zahl der Gäste.

Ob sich der Betreiber der Bar an die Sicherheitsvorschriften gehalten hat, bestimmt die Diskussion am Wochenende. Präsident François Hollande verspricht, dass die Ermittler alles tun werden, um die Ursache für die Tragödie zu klären.

Im Viertel ist die Katastrophe einziges Gesprächsthema. Abdel, Patron eines Cafés, alarmierte die Rettungskräfte, als er das Feuer bemerkte. Die Meinung unter den Stammgästen im Café ist einhellig: Für Rouen kommt es zur Zeit knüppeldick. Erst vor wenigen Tagen gab es in der weltberühmten Kathedrale der Hafenstadt eine Trauerfeier für den Priester Jacques Hamel. Der 85-Jährige war in seiner Kirche in Saint-Étienne-du-Rouvray unweit von Rouen von islamistischen Gewalttätern brutal ermordet worden. Am Wochenende wird in der Kathedrale nun wieder getrauert: 13 Kerzen erinnern an die Toten der Brand-Katastrophe.

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erstellt am 07.Aug.2016 | 15:24 Uhr

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