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Panorama

08. Dezember 2016 | 05:10 Uhr

Ehemaliger Bundespräsident : Staatsakt für Walter Scheel in Berlin

vom
Aus der Onlineredaktion

Ein letztes Mal verneigt sich die Republik vor einem ihrer beliebtesten Staatsoberhäupter. Am 24. August starb Walter Scheel.

Berlin | Mit einem Staatsakt in Berlin nehmen Politik und Gesellschaft an diesem Mittwoch Abschied vom früheren Bundespräsidenten Walter Scheel. Bei der Trauerfeier im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie werden Bundespräsident Joachim Gauck, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und der frühere FDP-Chef Wolfgang Gerhardt sprechen. Auch Kanzlerin Angela Merkel nimmt an der Zeremonie teil. Aus dem Ausland wird der frühere österreichische Bundespräsident Heinz Fischer erwartet.

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Von 1969 bis 1974 war Scheel Außenminister und Vizekanzler in der SPD/FDP-Koalition von SPD-Kanzler Willy Brandt. An dessen Seite setzte Scheel die umstrittenen Ostverträge durch und vollzog eine Neuausrichtung der deutschen Politik. Von 1974 bis 1979 amtierte er als Bundespräsident und war damit viertes Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Populär wurde Scheel auch als singender Präsident („Hoch auf dem gelben Wagen“).

Scheel wurde am 8. Juli 1919 in Solingen als Sohn eines Stellmachers geboren. 1946 trat er in die FDP ein. Der gelernte Bankkaufmann und Wirtschaftsberater war fast 25 Jahre lang Abgeordneter. Vor seiner Zeit im Kabinett Brandt amtierte er schon als Bundesminister unter den CDU-Kanzlern Konrad Adenauer und Ludwig Erhard. Unter Adenauer war Scheel erster Entwicklungshilfeminister der Republik. Am 24. August starb er nach langer Krankheit im Alter von 97 Jahren.

Gauck würdigte unmittelbar darauf die Ost- und Europapolitik seines Vorgängers. „In seinen öffentlichen Ämtern, ganz besonders als Bundespräsident, hat Ihr Mann Großes geleistet“, schrieb Gauck nach Angaben des Präsidialamtes an Scheels Witwe Barbara. „Die Einigung Europas voranzutreiben, lag ihm besonders am Herzen.“ Früh habe er die Bedeutung einer europäischen Integrationspolitik für Deutschland erkannt. „Mit seiner Ost- und Europapolitik hat er sich bleibende Verdienste für die Verständigung und Versöhnung auf unserem Kontinent erworben“, schrieb Gauck.

Am Ende des Staatsakts wird Scheel mit einem großen militärischen Ehrengeleit verabschiedet. Die Beisetzung ist auf dem Waldfriedhof in Berlin-Zehlendorf vorgesehen. Dort ist auch Willy Brandt beerdigt.

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erstellt am 07.Sep.2016 | 09:03 Uhr

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