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Panorama

05. Dezember 2016 | 13:41 Uhr

11. November 2016 : St. Martin 2016: Die Geschichte und Bräuche rund um Martin von Tours

vom

Am 11. November feiern Christen den Martinstag. Warum eigentlich? Und wer war St. Martin? Fragen und Antworten zum Thema.

Vielen Martinszügen um und am 11. November geht ein Pferd voran - mit einem Reiter, der den heiligen Martin verkörpert. Oftmals schließt sich an den Umzug ein kleines Schauspiel an, das die Legende von St. Martin erzählt: Dann teilt Martin seinen Mantel und übergibt eine Hälfte einem frierenden Bettler. Auf dem folgenden Bild können Sie sich die Kleidung Martins genauer anschauen - ein Klick auf die Punkte liefert die Infos (Foto: Imago/CTK Photo).

 

Welche Bräuche außer den Laternenumzug gibt es noch? Und wie schmeckt die Martinsgans besonders gut? Die Antworten.

Wer war eigentlich Sankt Martin?

Christen feiern am 11. November Sankt Martin als Schutzpatron der Armen. Der Legende nach teilte er als römischer Soldat seinen Mantel mit einem frierenden Bettler. Daraufhin erschien dem noch ungetauften Martin Jesus im Traum und lobte dessen gute Tat als Sinnbild der Nächstenliebe. Später wurde Martin Bischof von Tours und bald nach seinem Tod im Jahr 397 heiliggesprochen.

Warum wird am Martinstag Gans gegessen?

Der Legende nach wollte Sankt Martin erst nicht Bischof werden. Er dachte, er sei nicht würdig genug für das Amt. Deshalb versteckte er sich in einem Gänsestall. Aber die Tiere schnatterten so laut, dass Martin entdeckt wurde. Die Gänse verrieten ihn – und zur Strafe ließ er sie alle braten.

Eine weniger bekannte Legende ist deutlich brutaler. Sie besagt, dass während einer Predigt von Bischof Martin eine Schar vorwitziger Gänse in die Kirche gewatschelt kam und die Predigt durch lautes Schnattern massiv störte. Zur Strafe sollen die vorlauten Gänse von der empörten Bevölkerung geschlachtet worden und als knuspriger Braten auf diversen Tellern gelandet sein.

Wie schmeckt die Gans besonders gut?

shz.de hat ein leckeres Rezept für die Martingans zum Nachkochen herausgesucht.

Man benötigt für sechs Portionen:

  • Eine Gans
  • 250g Backpflaumen
  • 500g Äpfel
  • Zwei EL Zucker
  • Fünf EL geriebenes Brot
  • Zwei cl Weinbrand oder Cognac
  • Zimt
  • Vier EL Sahne
  • Ein EL Mehl
  • Drei EL Apfelmus
  • Salz
  • Pfeffer

Die Gans sorgfältig waschen und trocknen. Anschließend nur von innen salzen.

Für die Füllung der Gans:

Die Trockenpflaumen einweichen und entsteinen. Gemeinsam mit den entkernten und zerkleinerten Äpfeln in eine Schüssel geben und vermischen. Im Anschluss mit Zucker, geriebenem Vollkornbrot, Zimt und Weinbrand abschmecken.

Die Gans damit befüllen und an der offenen Seite zunähen.

Die Bratzeit:

Vor dem Braten drei Tassen Wasser und einen geteilten Apfel in die Fettfangschale geben, die gefüllte Gans auf ein Bratrost legen und bei 200°C in der untersten Schiene bis zu drei Stunden langsam braten und gelegentlich mit dem Bratensaft begießen.

Nach der Hälfte der Bratzeit unterhalb der Keule in die Haut stechen, damit das Fett ausbraten kann. Ungefähr zehn Minuten vor Ende der Garzeit die Gans mit kaltem Salzwasser bestreichen und bei 250°C knusprig braten.

Für die Soße:

Den Bratensaft in der Fettpfanne mit Wasser strecken und anschließend mit Sahne und Mehl binden. Im Anschluss mit Apfelmus, Salz und Pfeffer abschmecken und zehn Minuten aufkochen lassen.

Die Gans mit gezogenen Fäden und tranchiert mit Kartoffeln und Rotkohl servieren.

Guten Appetit.

Welche Bauernregeln ranken sich um den Martinstag?

Bauernregeln zu St. Martin gibt es viele. Die meisten kreisen rund um das Thema Wetter. Das sind die bekanntesten Sprüche:

  • „Wenn's Laub nicht vor Martini fällt, kommt eine große Winterkält“
  • „Um Martin Laub an Blumen und Reben, das wird einen strengen Winter geben"
  • „Nach Martinitag viel Nebel sind, so wird der Winter meist gelind“
  • „Ist um St. Martin der Baum schon kahl, macht der Winter keine Qual“ 
Warum laufen Kinder mit Laternen durch die Straßen?

Darüber gibt es unterschiedliche Theorien: Eine ist, dass auch Jahre nach Sankt Martins Tod viele Leute an seinem Grab Lichterprozessionen gefeiert haben. Das könnte der Ursprung der Laternenumzüge gewesen sein.

Eine andere Theorie besagt, der Ursprung der Laternenumzüge stamme aus der Landwirtschaft. Weil es um den Martini, also um den 11. November herum, zunehmend dunkler wurde, wurde das Licht umso wichtiger. Außerdem wurde die Arbeit Anfang November auf den Feldern niedergelegt. Zum Dank für die Ernte hatte man Feuer auf den leeren Feldern entfacht, an dem die Kinder Fackeln entzündeten und ausgehöhlte Kürbisse beleuchteten. Mit diesen Lichtern zogen sie durch die Dörfer und baten um Obst und Gebäck.

Warum werden Martinslieder gesungen?

Ursprünglich gab es am 11. November Geschenke. Im Mittelalter zogen Kinder sogar von Haus zu Haus und bettelten um Essen und kleine Leckereien. Dabei sollen sie gesungen haben. Die wohl bekanntesten Lieder sind „Laterne, Laterne“ und „Ich geh mit meiner Laterne“.


Viele Laternenumzüge sind schon vorbei. Doch in einigen Städten finden die Läufe noch am eigentlichen Martinstag statt - beispielsweise in Husby. Mit einem Klick auf die Sterne kommen Sie zu weiteren Infos:

 
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erstellt am 11.Nov.2016 | 09:27 Uhr

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