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Panorama

10. Dezember 2016 | 08:07 Uhr

Übergriffe auf Frauen : Sexuelle Nötigung in Kölner Silvesternacht: erster Prozess beginnt

vom

Zum ersten Mal stehen im Zusammenhang mit der Kölner Silvesternacht Männer wegen des Verdachts sexueller Nötigung vor Gericht. Bisher gab es keine Verurteilung wegen eines Sexualdelikts - die Beweislage ist schwierig.

Köln | Ein halbes Jahr nach den massenhaften Übergriffen in der Kölner Silvesternacht müssen sich erstmals zwei Männer wegen des Verdachts sexueller Nötigung vor Gericht verantworten. Der Prozess gegen die beiden 21 und 26 Jahre alten Männer beginnt am Donnerstag.

In der Silvesternacht ist es in Köln zu massiven Straftaten auf dem Bahnhofsvorplatz und der Domplatte gekommen. Opfer waren vor allem Frauen, mutmaßliche Täter Männer, die von Zeugen und Polizei als nordafrikanisch oder arabisch bezeichnet werden. Nach den Übergriffen entbrannte eine hitzige Diskussion über die Flüchtlingskrise und das Sexualstrafrecht.

Zwar hatte es in Köln bereits im Mai eine Anklage wegen eines Sexualdelikt aus der Nacht gegeben. Damals ging es aber um eine versuchte sexuelle Nötigung - und der Angeklagte wurde freigesprochen, weil ihn das Opfer in der Verhandlung nicht wiedererkannte.

In dem neuen Verfahren müssen sich nach Angaben des Kölner Amtsgerichts ein Algerier und ein Iraker verantworten. Die zwei Männer sollen mit späteren Opfern zunächst Fotos gemacht haben. Dann wurden die beiden Frauen voneinander getrennt und von Männergruppen umringt. Einer Frau wurde dabei laut Anklage in den Schritt und an den Po gefasst. Ein Täter habe zudem das andere Opfer geküsst und dessen Gesicht abgeleckt.

Mehr als 1100 Anzeigen sind wegen der Silvester-Ereignisse bei der Kölner Staatsanwaltschaft eingegangen, etwa 500 davon wegen Sexualstraftaten. Bislang gab es Urteile gegen 14 Angeklagte, von denen zehn noch nicht rechtskräftig sind. Diese Rechtssprüche ergingen unter anderem wegen Diebstahls - noch keiner wegen eines Sexualdelikts. Die Beweislage gilt als sehr schwierig, da auf dem Platz vor dem Hauptbahnhof chaotische Zustände herrschten.

Die Vorfälle in Köln sind ein Grund für die Debatte über ein verschärftes Sexualstrafrecht, über das am Donnerstag im Bundestag abgestimmt wird.

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erstellt am 07.Jul.2016 | 08:11 Uhr

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