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Panorama

06. Dezember 2016 | 23:00 Uhr

Hippie-Kommune in Kopenhagen : Schüsse auf Polizisten in Christiania: Verdächtiger festgenommen

vom

Auf Polizisten wird bei einem Einsatz geschossen. Der Täter kann zunächst fliehen, dann wird ein Verdächtiger gefasst.

Kopenhagen | Bei einem Polizeieinsatz in der Kopenhagener Hippie-Kolonie Christiania sind in der Nacht zum Donnerstag zwei Polizisten und ein Besucher angeschossen und verletzt worden. Die zwei Beamten in Zivil wollten wohl gerade einen Mann festnehmen, als dieser eine Waffe zückte und auf die Beamten schoss. Das sagte Polizeidirektor Thorkild Fogde gegenüber dänischen Medien. Eine Kugel traf demnach einen der Beamten in den Kopf und versetzte ihn in Lebensgefahr. Der zweite Polizist sowie ein ausländischer Besucher wurden am Bein getroffen.

Aus Sicht der dänischen Behörden handelt es sich bei Christiania um eine staatlich geduldete Gemeinde, die autonom bleibt. Die Freistadt hat ein eigenes Eingangstor, auf der berüchtigten „Pusher-Street“, wo es zu den Schüssen auf die Polizisten kam, werden offen Drogen verkauft.

Einen verdächtigen jungen Mann nahmen die Ermittler am Donnerstagmorgen an einer Wohnung in einer Stadt südlich von Kopenhagen fest. Bei der Flucht hätten die Polizisten Schüsse auf den bewaffneten Mann abgegeben, er wurde dabei verletzt. Sein Zustand ist nach Polizeiangaben kritisch. Der von ihm angeschossene Polizist schwebte am Donnerstagmittag noch in Lebensgefahr.

Ermittler der Spezialeinheit, die gegen den Haschisch-Verkauf in der sogenannten Pusherstreet in der Freistadt vorgehen, hätten den polizeibekannten 25-Jährigen seit Tagen beobachtet, hieß es. Er soll in der Szene dafür verantwortlich gewesen sein, die Tageseinnahmen verschwinden zu lassen. In der Nacht sei er auf dem Fahrrad unterwegs gewesen, als die Polizei ihn festnehmen wollte. „Er hat sich freigerissen“, sagte ein Polizeisprecher vor Journalisten. Dann habe er plötzlich eine Pistole gezogen und Schusse abgefeuert.

<p>Der Eingang zur Freistadt Christiania.</p>

Der Eingang zur Freistadt Christiania.

Foto: dpa

Drogenhandel und Gewalt sind ein großes Problem in der Hippie-Kolonie. Nach dem Vorfall in der Nacht wollten sich die Bewohner von Christiania am Donnerstagabend zu einem Krisentreffen versammeln. „Wir haben ein Treffen einberufen, weil wir hier draußen ein Grundgesetz haben, das besagt, dass Gewalt, Waffen und harte Drogen verboten sind. Das ist ein Grund für einen Rausschmiss und etwas, das unsere ganze Gemeinschaft betrifft“, sagte Bewohnerin Kirsten Larsen der Nachrichtenagentur Ritzau.

Der Chef der dänischen Reichspolizei verurteilte den Angriff am Donnerstag als „stumpf“. „Was wir in Christiania erlebt haben, ist ein Angriff auf alle Polizisten, die jeden Tag zur Arbeit erscheinen, um ihrem Job nachzugehen“, sagte Jens Henrik Højbjerg laut einer Mitteilung. „Das ist eine sinnlose, gewalttätige Entwicklung, die völlig inakzeptabel ist.“

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erstellt am 01.Sep.2016 | 14:30 Uhr

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