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Panorama

05. Dezember 2016 | 11:37 Uhr

Eingriffe in Deutschland : Schönheitoperationen: Brustvergrößerungen liegen im Trend

vom

Größere Brüste und straffe Lider: Schönheitsoperationen sind längst nicht mehr den scheinbar ewig jungen Prominenten vorbehalten. Ob kleine Korrektur oder große Eingriffe: Deutschland operiert sich schön.

Hamburg | Fett absaugen, Nase erneuern und Lider straffen: Die Zahl der Schönheitsoperationen in Deutschland ist nach einer Erhebung zweier Ärztevereinigungen im vergangenen Jahr um rund neun Prozent gestiegen. Es wurden demnach 43.287 ästhetisch-plastische Eingriffe vorgenommen, nach 39.723 im Jahr 2014.

Der Wunsch nach einem schöneren Aussehen endet für immer mehr Deutsche in einem Operationssaal. In anderen Ländern sind Schönheitsoperationen bereits Normalität.

Bei Frauen sei der häufigste Eingriff im Jahr 2015 die Brustvergrößerung (5869), gefolgt von der Fettabsaugung (4938) und der Oberlidstraffung (4231). Mit deutlichem Abstand folgen die Nasenoperationen (2461) und die Eingriffe zur Bauchstraffung (2187).

 

„Unsere Zahlen zeigen, dass die ästhetisch-plastische Chirurgie inzwischen auch in Deutschland - ähnlich wie in den USA - zunehmend zur Selbstverständlichkeit wird“, sagte Noah. Allerdings liege Deutschland international erst auf Rang 9. Die meisten Schönheitsoperationen würden in den USA, Brasilien und Mexiko gezählt. Weltweit werde die Zahl auf 1,4 Millionen jährlich geschätzt, sagte Kongresspräsident Detlev Hebebrand.

Der Männeranteil an den Operationen liege unverändert bei zwölf Prozent. Männen ließen sich vor allem vergrößerte Brüste entfernen (1081), Fett absaugen (945) oder Oberlider straffen (910). Auch die Haarverpflanzung werde immer beliebter, sagte Noah. Die Ärzte der beiden Gesellschaften registrierten im vergangenen Jahr 508 solche Behandlungen.

Das Gesicht eines Patienten nach einer Lidstraffung.

Das Gesicht eines Patienten nach einer Lidstraffung.

Foto: Imago/ Sommer

Bei einem der häufigsten Eingriffe, der Brustvergrößerung, kommt es besonders oft zu Komplikationen. Zusammenfassende Studien zeigten ein Komplikationsrisiko zwischen 2 und 49 Prozent weltweit, sagte Hebebrand. Genauere Zahlen, auch für Deutschland, gebe es nicht. Zu Korrektureingriffen komme es vor allem wegen Gewebeverhärtungen, Verrutschen des Silikonkissens oder der Unzufriedenheit der Patientinnen mit der Form der Brust.

Vor sechs Jahren hatte ein Skandal um Brustimplantate aus Billig-Silikon für Aufsehen gesorgt. Die nicht für Medizinprodukte zugelassenen Implantate eines französischen Herstellers (PIP) erwiesen sich als reißanfälliger als andere Silikonkissen. Allein in Deutschland waren mehr als 5000 Frauen betroffen.

Infolge der Reform des Medizinproduktegesetzes bauen die Gesellschaften der Schönheitschirurgen jetzt ein Implantatregister auf. In diesem seit zwei Wochen in der Erprobung befindlichen Verzeichnis sollen die eingesetzten Silikonkissen genau dokumentiert werden. Die Daten sollen auch dabei helfen, die Leitlinien für Schönheitschirurgen zu verbessern.

Der Münchner Patientenanwalt Christian Zierhut, der auch betroffene Frauen im PIP-Skandal vertreten hatte, forderte eine Verschärfung des Medizinproduktegesetzes, auch auf EU-Ebene. „Es braucht unbedingt strengere Regelungen für die Zulassung von Medizinprodukten im Hochrisikobereich, eine langfristige Marktüberwachung sowie die Möglichkeit, Schadensersatzansprüche geltend zu machen“, sagte Zierhut.

Zu den 43.287 ästhetisch-plastischen Eingriffen kommen sogar noch weitere hinzu: Die Gesamtzahl der Schönheitsoperationen dürfte etwa doppelt so hoch sein, schätzte der Präsident des VDÄPC, Magnus Noah, am Freitag bei der Frühjahrstagung der Vereinigung in Hamburg. In den beiden Gesellschaften sind nur ästhetisch-chirurgische Fachärzte organisiert. Die Ergebnisse beruhen auf einer Mitgliederbefragung der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) und der Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC).

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erstellt am 20.Mai.2016 | 17:45 Uhr

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