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Panorama

11. Dezember 2016 | 14:54 Uhr

Ehemaliger „Tatort“-Kommissar : Schauspieler Manfred Krug ist tot

vom
Aus der Onlineredaktion

Manfred Krug hat als Schauspieler und Sänger Erfolge in Ost und West gefeiert. Jetzt ist er im Alter von 79 Jahren gestorben.

Berlin | Der Schauspieler Manfred Krug ist tot. Er starb bereits am vergangenen Freitag in Berlin im Kreis seiner Familie, teilte sein Mangement mit. Zu seinen bekanntesten Rollen gehörten der unangepasste Zimmermann Hannes Balla im DDR-Film „Spur der Steine“, der „Tatort“-Kommissar Paul Stoever für den NDR, der Anwalt in der Serie „Liebling Kreuzberg“ und nicht zuletzt ein Truckerfahrer in „Auf Achse“. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung online über Krugs Tod berichtet.

Der Schauspieler, Autor und Musiker wurde 1937 in Duisburg geboren und kam als Kind 1949 in die DDR. 1977 ging er nach seinem Protest gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann wieder in den Westen. Im April 2013 erhielt der in Ost wie West erfolgreiche Künstler das Bundesverdienstkreuz.

Manfred Krug als Rechtsanwalt „Liebling Kreuzberg“ (1996).
Manfred Krug als Rechtsanwalt „Liebling Kreuzberg“ (1996). Foto: Jens Kalaene

Krug war einer der populärsten Film- und Fernsehschauspieler in der DDR und hatte 1976 die Protestresolution zahlreicher DDR-Künstler gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterzeichnet. Eine seiner Paraderollen hatte er als aufmüpfig-anarchistischer Baubrigadier in „Spur der Steine“. Der 1965 gedrehte Film von Frank Beyer war in der DDR nicht lange in den Kinos und lag dann mehr als 20 Jahre im Giftschrank.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (li.) überreichte Manfred Krug 2013 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse.
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (li.) überreichte Manfred Krug 2013 das Bundesverdienstkreuz erster Klasse. Foto: Steffen Trumpf

Zuletzt war es stiller geworden um den in Ost wie West erfolgreichen Schauspieler. Krug hatte sich anders als viele Schauspielerkollegen mit dem Rentenalter aus dem Geschäft zurückgezogen. Und er war zufrieden damit: „Ich habe nichts zu jammern“, sagte Krug im April 2013, als er an der Seite seiner Frau Ottilie im Roten Rathaus in Berlin das Bundesverdienstkreuz bekam.

Manfred „Manne“ Krug, optisch ein bisschen die deutsche Antwort auf den glatzköpfigen „Kojak“. Er war nicht nur ein knorriger Schauspieler, sondern auch Autor und Musiker, ein Multitalent.

Der gebürtige Duisburger kam als Kind mit seinem Vater 1949 in die gerade entstehende DDR. 1977 ging er nach seinem Protest gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermanns in den Westen, wo er seine Karriere fortsetzen konnte. Schlagzeilen gab es, als Krug in den 90er Jahren für Telekom-Aktien warb. Später entschuldigte er sich bei den Aktionären für die erlittenen Verluste.

Krug hatte eine Ausbildung als Stahlschmelzer gemacht. Aber er sagte einmal über sich, er sei „als Schauspieler auf die Welt gekommen“. In frühen Jahren verehrte er besonders Hollywoods Star-Cowboy Gary Cooper. Denn der „hat nie etwas anderes gespielt als sich selbst, und das ist die Hohe Schule“, schrieb Krug in seinen Jugenderinnerungen „Mein schönes Leben“.

Krug, der vier Kinder hinterlässt, hatte viel zu erzählen. In der DDR war er der „Tausendsassa der DEFA-Filme“, wo er in den Babelsberger Studios seit 1961 unter Vertrag stand. Später war er im Westen das liebenswerte und auch manchmal ruppige „Raubein, das von drüben kam“, wie ihn Zeitungen nannten.

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Manfred Krug (li.) beim Tatort-Dreh in Hamburg im Mai 1984.

Foto: Peter Wüst

Mit Filmen wie „Mir nach, Canaillen!“, „Wege übers Land“, „Fünf Patronenhülsen“ und „Auf der Sonnenseite“ wurde Krug einer der populärsten Kino- und Fernseh-Schauspieler im Osten Deutschlands.

Von 1969 bis 1973 wurde er in der DDR mehrmals zum Publikumsliebling gewählt. Später fand er auch in der Bundesrepublik - nach einigen Anlaufschwierigkeiten und Ängsten - den beruflichen Anschluss: Hier ermittelte er von 1984 bis 2001 als brummiger wie musikalischer und regelmäßig singender „Tatort“-Kommissar Stoever im Duo mit Charles Brauer in Hamburg. Als „Liebling Kreuzberg“ spielte er den populären Anwalt, der ein Herz für die kleinen Leute hat. Im ARD-Vorabendprogramm war Krug jahrelang der abenteuerlustige Truckerfahrer, der weltweit „Auf Achse“ war.

Manfred Krug als Fernfahrer Frank Meersdonk in der TV-Serie „Auf Achse“ (1988).
Manfred Krug als Fernfahrer Frank Meersdonk in der TV-Serie „Auf Achse“ (1988). Foto: Jörg Schmitt
 

Gesundheitliche Warnhinweise wie ein Schlaganfall 1997 in seiner Berliner Wohnung, von dem er sich ironischerweise in einer Rehaklinik auf dem Gelände der einstigen „SED-Bonzensiedlung“ Wandlitz erholte, hatte Krug denn doch nicht ganz ignorieren wollen. Es wurde in den vergangenen Jahren still um ihn - bis auf musikalische Ausflüge als Jazzinterpret und Chansonsänger („Es steht ein Haus in New Orleans“), an seiner Seite Sängerin Uschi Brüning.

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erstellt am 27.Okt.2016 | 14:50 Uhr

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