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Tote und viele Verletzte : Reaktionen zum Terror in Stockholm: „Schweden ist angegriffen worden“

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Im Zentrum der schwedischen Hauptstadt ist offenbar ein Terroranschlag verübt worden. Was Sie wissen müssen.

Stockholm | Auf der zentralen Einkaufsstraße „Drottninggatan“ in Stockholm ist ein Lastwagen nach Medienberichten zunächst in eine Menschenmenge und dann in das Kaufhaus „Åhléns“ gerast. Die Polizei spricht von Terrorverdacht. Über die genaue Opferzahl gab es unterschiedliche Angaben. Staatsminister Stefan Löfven sprach im Fernsehen unter Berufung auf die Polizei von mindestens zwei Toten. Eine Sprecherin der Sicherheitspolizei sagte der Deutschen Presse-Agentur lediglich: „Wir wissen nicht, wie viele Menschen verletzt und getötet wurden. Aber wir wissen, dass sehr viele Menschen verletzt sind. Wir wissen, dass es Tote gab.“ In Medienberichten war unter Berufung auf die Polizei von drei Toten und mehreren Verletzten die Rede. Eine genaue Zahl war von der Polizei selbst zunächst nicht zu erhalten.

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Berichte, wonach ein Verdächtiger festgenommen worden sei, gab es zunächst keine Bestätigung. Staatsminister Stefan Löfven sagte in einer ersten Reaktion: „Schweden ist angegriffen worden. Alles deutet auf einen Terrorangriff hin.“ Über den oder die Täter ist bislang nichts bekannt.

Erste Reaktionen auf Terrorangriff

Die schwedische Königsfamilie hat schockiert auf das mögliche Attentat reagiert. „Ich und die gesamte Königsfamilie haben mit größter Bestürzung die Informationen über das Attentat am Nachmittag in Stockholm entgegengenommen“, schrieb König Carl XVI. Gustaf am Freitag auf der Homepage der Königsfamilie. „Wir folgen der Entwicklung, aber vorerst gehen unsere Gedanken an die Getöteten und deren Familien.“

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat den Opfern und ihren Angehörigen sein Mitgefühl ausgesprochen. „Schon wieder hat uns eine entsetzliche Nachricht erreicht, diesmal aus Stockholm: Wir wissen noch nicht, ob es Bezüge zum internationalen Terrorismus gibt, auch wenn erste Bilder diesen Gedanken aufkommen lassen“, teilte de Maizière am Freitag mit. Für die Sicherheitsbehörden sei diese Frage wichtig und müsse geklärt werden. Für die Opfer und ihre Angehörigen sei die Motivation für diese „furchtbare Tat“ zweitrangig. „Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl sind bei jenen, die so jäh aus dem Leben gerissen worden sind und bei ihren Angehörigen“, so der Minister.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg schrieb auf Twitter: „Die Nachrichten, die aus Stockholm kommen, sind schrecklich. Mein tiefes Mitgefühl gilt allen, die betroffen sind.“ Die Nato stehe an der Seite des trauernden schwedischen Volkes.

 

Die Europäische Union hat bestürzt reagiert. „Ein Angriff auf einen unserer Mitgliedsstaaten ist ein Angriff auf uns alle“, erklärte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Freitag in Brüssel. Schweden könne auf Solidarität und jede erdenkliche Hilfe zählen. „Unsere Gedenken sind beim schwedischen Volk“, erklärte Juncker. Er sprach den Familien der Opfer im Namen der Kommission sein Beileid aus und würdigte den Einsatz der Rettungskräfte.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz via Twitter: „Bin schockiert über den Anschlag in Stockholm.“ Seine Gedanken seien bei den Opfern und ihren Angehörigen. „Terror wird niemals siegen“, fügte der SPD-Chef hinzu.

Was bisher bekannt ist

Der Lastwagen raste Medienberichten zufolge kurz vor 15 Uhr zunächst an der Kreuzung der beiden Einkaufsstraßen Drottninggatan und Kungsgatan in eine Menschenmenge. Anschließend habe er seine Fahrt fortgesetzt und sei in das Kaufhaus gerast. Reporter des schwedischen Fernsehsenders SVT berichteten von einem Brand auf der Einkaufsstraße und völligem Chaos.

Bilder auf Twitter zeigen den Lkw im Eingangsbereich des Kaufhauses:

Innenstadt abgeriegelt

Durch die Stadt fuhr ein Polizeiwagen, aus dem Polizisten „Warnung vor einer Terrortat“ riefen. „Ich habe Menschen gesehen, die mit einer Decke abgedeckt wurden“, sagte eine Augenzeugin. Fernsehbilder zeigten, wie Menschen von der Straße flüchteten. „Viele um mich herum waren hysterisch“, erzählte eine Augenzeugin im Fernsehen. Kunden eines Modegeschäfts mussten aus Sicherheitsgründen in dem Laden bleiben. Polizeihubschrauber kreisten über dem Zentrum, schwerbewaffnete Polizisten bezogen Stellung. Das Parlamentsgebäude wurde Medienberichten zufolge abgesperrt.

Die Polizei bittet die Bevölkerung in geschlossenen Räumen zu bleiben und sich vom Zentrum fernzuhalten. Die Züge im Stockholmer Zentrum stehen Medienberichten zufolge still. Der Verkehr von Zügen und U-Bahnen sei stillgelegt worden. Der Hauptbahnhof wurde evakuiert.

Das Auswärtige Amt rät Urlaubern, in ihren Unterkünften zu bleiben. Sie sollten die Entwicklung der Lage über die Medien verfolgen und auf weitere Sicherheitshinweise achten, teilte die Behörde mit. Zudem solle den Anweisungen der Sicherheitskräfte unbedingt Folge geleistet werden.

Das Personal des Universitätskrankenhauses Karolinska-Institut bei Stockholm wurde Medienberichten zufolge in Alarmbereitschaft versetzt. Zusätzliches Personal sei angefordert worden. Alle Ärzte seien gebeten worden, sich einzufinden.

Facebook aktivierte seinen „Sicherheitscheck“. Nutzer in Stockholm können darüber Freunden mitteilen, dass sie in Sicherheit sind. Der Service war bei Terroranschlägen in den vergangenen Monaten immer wieder aktiviert worden.

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erstellt am 07.Apr.2017 | 16:17 Uhr

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