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Panorama

07. Dezember 2016 | 11:44 Uhr

Fast zwei Wochen vermisst : Rätselhaft: Chinesische Touristen verschwinden auf Schloss Neuschwanstein

vom
Aus der Onlineredaktion

Ein chinesisches Ehepaar besichtigt Schloss Neuschwanstein und verwindet spurlos. Die Polizei steht vor einem Rätsel.

Füssen | Das riesige Märchenschloss Neuschwanstein von Ludwig II. ist ein Touristenmagnet und seit fast zwei Wochen leider auch der Ort eines ungelösten Vermisstenfalles. Ein chinesisches Ehepaar wollte das Schloss am Samstag, dem 2. Juli, mit einer Reisegruppe besuchen und verschwand dort.

Zuletzt wurden die beiden gesehen, als sie zu Fuß vom Parkplatz Richtung Schloss gingen. Für den Weg braucht man, laut Welt, etwa eine halbe Stunde, die Vermissten kamen dort jedoch nie an. Die 37- und 39-jährigen Touristen sollte sich nach einem zweistündigen Aufenthalt wieder am Reisebus einfinden, doch die beiden tauchten nicht am Bus auf. Die Gruppe wartete weitere zwei Stunden und benachrichtigte dann die Polizei.

Nach Angaben der Polizei Bayern handelt es sich bei dem Paar um Sihong Chen und seine Frau Xiaoxia.

Die Beamten konnten das Paar nicht finden, Hinweise auf ein Unglück oder ein Verbrechen gibt es aber nicht. Es sei nicht ungewöhnlich, dass Touristen nicht pünktlich zur verabredeten Abfahrt einträfen, dass sie aber danach tagelang nicht zu erreichen seien, wäre selten. „Es ist alpines Gelände, natürlich kann man nicht ausschließen, dass sie irgendwo verunglückt sind“, sagte ein Polizeisprecher. Am Mittwoch suchten Taucher in der Pöllatschlucht am Schloss nach den Körpern der Vermissten - ohne Erfolg. Auch Hunde und Hubschrauber mit Wärmebildkameras waren im Einsatz. Die Polizei geht weiterhin Hinweisen aus der Bevölkerung nach.

<p>Blick auf das Schloss Neuschwanstein bei Füssen (Bayern) von einem seiner Türme aus aufgenommen. </p>

Blick auf das Schloss Neuschwanstein bei Füssen (Bayern) von einem seiner Türme aus aufgenommen.

Foto: Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
 

Die anderen Reisenden traten am Dienstagabend den Heimflug an, das vermisste Paar war auch am Flughafen nicht aufgetaucht. Ihr Gepäck ließen die beiden im Bus und im Hotel zurück.

Da die Möglichkeiten eines Verbrechens oder Unglücks von der Polizei als unwahrscheinlich betrachtet werden, rückt eine dritte Möglichkeit ins Auge: Die Chens haben sich absichtlich abgesetzt. Die Polizei hat, laut Welt, die anderen Teilnehmer der Reisegruppe zweimal befragt und kaum nützliche Informationen erhalten. Der Reiseleiter hatte die Pässe der Reisenden eingesammelt, angeblich ein übliches Verfahren, und hat sie der Polizei ausgehändigt. Sie sind inzwischen im chinesischen Generalkonsulat in München. Der Informationsaustausch mit dem Konsulat ist, laut einem Polizeisprecher, schwierig. Man habe nicht mal erfahren, welche Berufe die beiden Vermissten ausüben. Die Polizei sei nur informiert worden, dass den Angehörigen der beiden deren Gepäck zugestellt worden sei.

Besonders merkwürdig findet die Polizei, dass sich bisher keine Angehörigen aus China bei den Beamten in Deutschland gemeldet haben. Das sei sehr unüblich.

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erstellt am 14.Jul.2016 | 16:46 Uhr

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