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Panorama

08. Dezember 2016 | 05:13 Uhr

Leichenfunde und Absturztote : Polizei kämpft um Favela in Rio

vom

Das Elendsviertel ist aus einem Film bekannt, US-Präsident Obama spielte dort schon Fußball. Nun toben Kämpfe in Cidade de Deus. Erst stürzt ein Hubschrauber ab und vier Polizisten sterben. Dann finden Anwohner die Leichen mehrerer junger Leute.

Im tödlichen Kampf gegen Kriminelle sind Spezialkräfte der brasilianischen Polizei in die Favela Cidade de Deus der Millionenmetropole Rio de Janeiro eingerückt. Schwer bewaffnet durchkämmten sie am Sonntag das Elendsviertel und nahmen mehrere Verdächtige fest.

Am Samstag war dabei ein Einsatz-Hubschrauber abgestürzt und hatte vier Polizisten in den Tod gerissen. Der Helikopter hatte den Einsatz der Sicherheitskräfte aus der Luft unterstützt. Ob es sich um einen technischen Defekt handelte oder ob Kriminelle den Hubschrauber direkt angegriffen hatten, war zunächst unklar.

Später entdeckten Anwohner sieben Leichen auf einer Brachfläche. Die Polizei habe sie zunächst nicht zu den Toten gelassen, sagten Angehörige der Opfer der Zeitung «O Globo». «Die Körper haben Verletzungen durch Messer. Sie wurden wohl gefoltert», sagte der Anwohner Thiago Oliveira.

Leonardo Silva Martins, der Vater eines der Toten, sagte, er habe seinen Sohn mit dem Gesicht auf dem Boden gefunden. Alles deute darauf hin, dass er aus kurzer Distanz von hinten erschossen wurde. Dem Bataillon für Spezialeinsätze (BOPE) werden immer wieder Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Am Sonntag durchsuchte die Polizei mit einem Großaufgebot die Cidade de Deus. Sie postierte gepanzerte Fahrzeuge an Straßenkreuzungen, kontrollierte Passanten und beschlagnahmte mehrere Waffen und Funkgeräte.

Seit Wochen flammen in dem Elendsviertel immer wieder Konflikte mit Drogenbanden auf. Der Bundesstaat Rio de Janeiro ist fast pleite, nach den Olympischen Spielen hat gerade in Favelas die Gewalt wieder zugenommen. Cidade de Deus und das von Gewalt geprägte Leben dort wurden mit dem Film «City of God» weltberühmt. 

In dem Viertel war 2009 im Zuge des Befriedungskonzepts eine Einheit der Unidad de Policía Pacificadora (UPP) stationiert worden. 2011 war dort auch US-Präsident Barack Obama zu Besuch und spielte mit einigen Kindern ein bisschen Fußball. Während Olympia machte die Favela mit einer Aufsteigergeschichte positive Schlagzeilen: Brasiliens erste Olympiasiegerin, die Judoka Rafaela Silva, stammt von dort. 

Bericht G1

Bericht O Globo

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erstellt am 20.Nov.2016 | 17:45 Uhr

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