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Panorama

03. Dezember 2016 | 03:31 Uhr

Landkreis Harburg : Neu Wulmstorf: Polizei beschlagnahmt Waffen bei mutmaßlichem „Reichbürger“

vom

Auch ihn stufte die Waffenbehörde als „nicht zuverlässig“ ein. Erst am Dienstag gab es einen ähnlichen Fall in SH.

Bei einem mutmaßlichen „Reichsbürger“ in Neu Wulmstorf im Landkreis Harburg hat die Polizei mehrere Gewehre und Pistolen beschlagnahmt. Der Mann habe die waffenrechtliche Erlaubnis zum Besitz der Waffen verloren, nachdem ihn die Waffenbehörde als unzuverlässig eingestuft hatte, teilte die Polizei mit. Auf Aufforderungen, seine Waffen abzugeben, habe er nicht reagiert, daher habe der Landkreis Harburg Anzeige wegen illegalen Waffenbesitzes gegen den 67-Jährigen gestellt. Aus schriftlichen Äußerungen des Mannes gegenüber der Behörde habe sich die Vermutung ergeben, dass er sich als sogenannter Reichsbürger sieht.

Bislang galten die sogenannten Reichsbürger als Spinner. Mit den Todesschüssen auf einen Polizisten in Bayern Mitte Oktober war diese Bewegung plötzlich ins Rampemlicht geraten. Auch im Norden gibt es „Reichsbürger“ - in Schleswig-Holstein beobachtet der Verfassungsschutz 40 von ihnen, in Hamburg spricht das Landesamt für Verfassungsschutz von „vereinzelten Fällen“.

Daher waren neben Beamten der Polizeiinspektion Harburg auch Spezialeinsatzkräfte beteiligt, wie die Polizei mitteilte. Diese sicherten das Mehrfamilienhaus, nachdem der 67-Jährige und seine Lebensgefährtin bereits außerhalb des Hauses in Gewahrsam genommen werden konnten. Im Haus trafen die Beamten einen Untermieter an. Auch dieser wurde den Angaben zufolge kurzfristig festgehalten und durchsucht.

Erst am Dienstagmorgen gab es einen ähnlichen Fall in Schleswig-Holstein: Bei einem Großeinsatz von Polizei und Spezialeinsatzkommando (SEK) waren in Handewitt bei Flensburg mehrere klein- und großkalibrige Waffen in ihrem Haus beschlagnahmt worden. Das Ehepaar soll ebenfalls den „Reichsbürgern“ angehören und eine Zugehörigkeit zur Bundesrepublik Deutschland ablehnen. Das betonen sie auch im Interview mit shz.de, hier können Sie es nachlesen.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 07:33 Uhr

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