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Panorama

31. August 2016 | 16:15 Uhr

30-Meter-Krater in Thüringen : Nach Erdfall in Nordhausen: Gebäude nicht zu retten

vom

Der Boden tut sich auf und 70.000 Tonnen Erdreich, Kies und Geröll verschwinden. Zwei Gebäude werden stark beschädigt.

Nordhausen | Der Erdkrater in Nordhausen soll nicht sofort wieder verfüllt werden. Zunächst sollten Daten von Messpunkten ausgewertet werden, sagte die Sprecherin des Landratsamtes Nordhausen, Jessica Piper, am Montag nach einer Beratung mit Fachleuten. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) wollte sich am Nachmittag vor Ort ein Bild über den Erdfall machen, der am Freitagabend Teile zweier Gebäude in ein riesiges Loch hatte rutschen lassen.

Erdfälle gibt es in Deutschland immer wieder mal. Sie entstehen durch chemische und physikalische Verwitterung (Subrosion) zum Beispiel in Salzstöcken oder Gipsgestein.

Der Krater am Stadtrand hat nach Angaben des Landratsamtes rund 30 Meter Durchmesser. Geschätzt 70.000 Tonnen Erdreich, Kies und Geröll rutschten in das Loch und füllten es teilweise wieder. Verletzt wurde niemand. Die beiden Verwaltungsgebäude sind laut der Sprecherin nicht mehr zu retten. Bei dem bereits zweiten Erdfall binnen sechs Jahren auf dem Gelände in Nordhausen war niemand verletzt worden.

Am Rande des Kraters brachen Teile von zwei unbewohnten Betriebsgebäuden ab und stürzten in die Tiefe. Verletzt wurde niemand. /Landkreis Nordhausen
Am Rande des Kraters brachen Teile von zwei unbewohnten Betriebsgebäuden ab und stürzten in die Tiefe. Verletzt wurde niemand. /Landkreis Nordhausen Foto: Jessica Piper/Landkreis Nordhausen

Der Nordhäuser Erdfall ist einer der größten der vergangenen Jahre in Thüringen, wo immer wieder solche Löcher entstehen. Die Behörden gehen davon aus, dass ein unterirdischer Hohlraum in 100 bis 150 Metern Tiefe das Phänomen ausgelöst hat. Der Untergrund bestehe aus Gips und Anhydrit und sei wohl über einen längeren Zeitraum ausgespült worden.

Ein Feuerwehrmann steht vor den zerstörten Gebäuden auf dem ehemaligen Gelände des Katastrophenschutzes.
Ein Feuerwehrmann steht vor den zerstörten Gebäuden auf dem ehemaligen Gelände des Katastrophenschutzes. Foto: Sebastian Willnow

Auf dem Gelände hatte es im März 2010 schon einmal einen Erdfall gegeben, allerdings einen kleineren. Bei den damaligen Untersuchungen wurden laut Landratsamt weder Wasser noch Hohlräume gefunden. Von den Erdfällen der vergangenen Jahre in Thüringen war vor allem Tiefenort im Wartburgkreis betroffen. Im November 2011 sackte zudem in Schmalkalden in einem Wohngebiet die Erde ein. Ein Auto, Teile einer Straße und von Garagen stürzten in den zwölf Meter tiefen Krater.

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erstellt am 22.Feb.2016 | 11:44 Uhr

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