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Panorama

05. Dezember 2016 | 19:46 Uhr

Ludwigshafen : Nach BASF-Explosion: Taucher bergen Leiche aus Hafenbecken

vom

Das Schicksal eines Vermissten ist möglicherweise geklärt. Die BASF-Belegschaft legte eine Schweigeminute ein.

Ludwigshafen | Zwei Tage nach der tödlichen Explosion bei BASF in Ludwigshafen haben Polizeitaucher in einem Hafenbecken die Leiche eines Mannes entdeckt und geborgen. Dabei handelt es sich möglicherweise um einen seit dem Unglück vermissten Tankschiff-Matrosen. „Ob es der Vermisste ist, wissen wir noch nicht“, sagte eine Polizeisprecherin. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Obduktion der Leiche an. Das Ergebnis könnte erst in einigen Tagen vorliegen.

„Leider müssen wir davon ausgehen, dass unsere Befürchtungen traurige Gewissheit werden und wir ein drittes Todesopfer zu beklagen haben“, sagte BASF-Vorstandsmitglied Margret Suckale. Die Gedanken seien bei den Angehörigen und den Verletzten. Die Belegschaft gedachte der Opfer in einer Schweigeminute.

Nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Hubert Ströber haben die Ermittler inzwischen „gewisse Teilerkenntnisse“ zur Explosionsursache. Sie gingen auf eine Zeugenvernehmung zurück und müssten nun erhärtet werden.

Der bereits vernommene Zeuge sei Mitarbeiter einer auf dem Gelände eingesetzten Fremdfirma und „im Bereich der Sicherung“ tätig gewesen, sagte Ströber. Seine Angaben würden nun ausgewertet und bei den weiteren Untersuchungen berücksichtigt. Ströber kündigte weitere Zeugenbefragungen und Untersuchungen an, über die er aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen könne. „Ich muss mich noch ein bisschen zurückhalten - nicht dass Beweismittel nicht mehr greifbar sind“, sagte er. Er wolle nicht dazu beitragen, dass sich jemand herausgefordert sehe.

Der Explosionsort selbst sei inzwischen begehbar, sagte Ströber. Polizeibeamte und Sachverständige seien vor Ort. Die Behörde ermittelt von Amts wegen in der Sache wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und fahrlässiger Körperverletzung gegen unbekannt.

Bei dem Unglück am Montag waren auch zwei Mitarbeiter der Werksfeuerwehr getötet worden, als es im Hafen aus bislang ungeklärten Gründen zu einer Explosion kam. Ein Matrose wurde anschließend vermisst. Mehr als 20 Menschen wurden verletzt, zahlreiche schwer. Wegen des Vorfalls sagte die BASF bis zum 23. Oktober ihre bis dahin geplanten kulturellen Veranstaltungen ab.

An der Suche nach dem vermissten Matrosen hatten sich 17 Taucher von Polizei und Feuerwehr beteiligt. Gegen 12.30 Uhr bargen Polizeitaucher der technischen Einsatzeinheit Mainz die Leiche eines Mannes.

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erstellt am 19.Okt.2016 | 14:41 Uhr

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