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Fall aus Brandenburg : Mutmaßlicher Polizistenmörder brachte Flüchtlinge zum Arzt

vom
Aus der Onlineredaktion

Erst soll er seine Oma und zwei Polizisten getötet haben. Dazwischen brachte der Mann zwei Flüchtlinge zum Arzt.

Beeskow/Frankfurt (Oder) | Der mutmaßliche doppelte Polizistenmörder von Beeskow soll nach dem tödlichen Anschlag auf seine Großmutter zunächst zwei Asylbewerber in eine Klinik gebracht haben. Staatsanwaltschaft und Polizei teilten am Mittwoch mit, der 24-Jährige sei vom Haus seiner Oma in Müllrose aus mit ihrem Wagen zunächst „seelenruhig“ nach Beeskow gefahren. Als er die beiden Asylbewerber am Straßenrand sah, habe er spontan angehalten, sie einsteigen lassen und zum Krankenhaus gefahren. Zuerst hatte die „Märkische Oderzeitung“ (Mittwoch) hierüber berichtet.

„Der 24-Jährige hat sogar vor der Klinik auf die Flüchtlinge gewartet und brachte sie zurück ins Stadtgebiet“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Scherding der Deutschen Presse-Agentur. Als ein Streifenwagen im Gegenverkehr auf den 24-Jährigen aufmerksam wurde und das Blaulicht einschaltete, seien die Flüchtlinge nervös geworden, er habe sie an einem Kreisverkehr aussteigen lassen.

Anschließend raste der 24-Jährige in Richtung des Ortsteils Oegeln davon und überfuhr dort mit Tempo 160 die beiden Polizisten, die ihn mit einem Nagelbrett stoppen wollten. In seiner ersten Vernehmung hatte der Mann angegeben, er habe gefürchtet, von den Beamten erschossen zu werden. Deshalb habe er auf sie zugehalten.

Die beiden Asylbewerber haben laut Staatsanwaltschaft mit dem brutalen Geschehen nichts zu tun. Die neuen Entwicklungen seien vielmehr ein weiteres Indiz für die „absolute Irrationalität“ des 24-Jährigen, sagte Scherding.

Der Mann verfügte über ein langes Vorstrafenregister. Im November 2016 hatte ihm ein Gutachter in einem Raubprozess Schuldunfähigkeit wegen einer „undifferenzierten Schizophrenie“ bescheinigt. Zudem sei er alkohol- und drogenabhängig, hieß es. Dennoch kam er nicht in den Maßregelvollzug, sondern auf Bewährung auf freien Fuß. Auch als er zum Jahreswechsel in Bayern unter Drogen und ohne Führerschein erwischt wurde, wurde seine Bewährung nicht widerrufen.

Bei den Bluttaten von Müllrose und Oegeln war er nüchtern. Ergebnisse eines Drogenscreenings lagen am Mittwoch zunächst noch nicht vor. Der Mann sitzt aktuell in einer forensischen Klinik in Brandenburg/Havel.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn jetzt wegen dreifachen Mordes. Ende Februar soll er aus Geldgier in Müllrose seiner 79-jährigen Großmutter die Kehle durchgeschnitten haben, ehe er in Oegeln die beiden Polizisten überfuhr.

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erstellt am 08.Mär.2017 | 14:12 Uhr

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