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Panorama

07. Dezember 2016 | 21:24 Uhr

Personal Trainer : Mit Sport gegen Winterspeck und Herbstblues

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Viel sitzen, häufige Fertigessen und Süßes – da schwindet schnell die Lust am Sport. Personal Trainer können den nötigen Schwung geben.

Berlin | Für die meisten ist die Weihnachtszeit der reine Stresstest. Zu den Einkäufen und Vorbereitungen für das Fest kommen oft noch Weihnachtsfeiern. Da ist an Training kaum zu denken. Um in den Adventswochen dennoch etwas Sport unterzubringen, ist Flexibilität gefragt. Kann dabei ein Personal Trainer helfen?

Rückenschmerzen und depressive Verstimmungen machen vielen Menschen zu schaffen. Eine gesunde Ernährungsweise und ausreichend Bewegung können helfen, Beschwerden zu lindern.

„Vielen Menschen geht es darum, Zeit zu sparen. Mit wenig Aufwand soll ein hohes Ziel erreicht werden“, stellt Prof. Daniel Kaptain, Dozent an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG), fest. „Der Vorteil beim Personal Training ist, dass es eins-zu-eins auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten des trainierenden Kunden zugeschnitten ist. Somit kann sehr schnell ein großer Effekt erzielt werden.“ Für die Verbesserung von Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination bedarf es sehr komplexer Übungen. „Menschen, die im Alltag viel sitzen, haben oft die normalen Bewegungsmuster verlernt. Um die hohen Anforderungen des Trainings erfüllen zu können, benötigen sie daher eine umfassende Betreuung“, ergänzt Kaptain.

Da die Berufsbezeichnung „Personal Trainer“ nicht geschützt ist, sollte man auf die Qualifikation achten. „Hat der Trainer etwa eine Fitness-Trainer-A-Lizenz erworben, verfügt er über Grundkenntnisse in den Bereichen Anatomie, Physiologie, Diagnostik, Gerätelehre und Ernährung“, erklärt Thomas Niewöhner, Generalsekretär der Deutschen Fitnesslehrer Vereinigung (DFLV). „Außerdem ist er in der Ausführung von Gymnastik- und Hantelübungen geschult und weiß, wie man einen Trainingsplan erstellt.“

Doch die Lizenz allein zeichnet noch keinen guten Coach aus. „Personal Trainer wird man nicht von heute auf morgen. Es erfordert vier bis fünf Jahre Zeit, bis man die richtige Ausbildung durchlaufen und genügend Berufspraxis gesammelt hat“, weiß der Diplomsportlehrer.

Jemand, der Sportwissenschaften oder Physiotherapie studiert habe, bringe zwar ein fundiertes Vorwissen mit. „Wer jedoch Menschen mit Bandscheibenproblemen, Diabetes oder Bluthochdruck trainieren möchte, braucht neben dem Studium und der Trainer-Lizenz eine entsprechende Zusatzqualifikation.“

Bei der Suche nach einem kompetenten Fitnessbegleiter helfen das Tüv-Siegel des Bundesverbands Personal Training (BPT) und eine eigene Internetpräsenz des Trainers. „Ein guter Personal Coach bietet darüber hinaus eine unverbindliche, kostenlose Kennenlernstunde an“, sagt Kaptain. Wichtig ist, dass der Kunde entscheiden kann, wann, wo und wie trainiert wird.

Bevor es mit dem Training losgeht, testet ein professioneller Trainer den Fitness- und Gesundheitszustand seines Kunden. „Dabei werden etwa Blutdruck, Herzfrequenz, Gewicht und Bauchumfang gemessen. Außerdem erfolgt eine Bewegungsanalyse zur Abklärung muskulärer Dysbalancen“, sagt Sportwissenschaftler Sebastian Grüner. Die Ergebnisse dienen auch als Grundlage für den Trainingsplan.

Ein bewährtes Konzept bei der persönlichen Fitnessbetreuung ist das Functional Training. „Es geht darum, benötigte Funktionen zu verbessern. Für die meisten Leute sind dies dreidimensionale Bewegungen, die vor allem im Büroalltag zu kurz kommen“, weiß der zertifizierte Functional Strength Coach Grüner. Das könnten Ausfallschritte, Kniebeugen oder Sprünge sein. Wer für Kraftübungen noch nicht fit genug ist, beginne am besten erst mit Stabilitäts-, Beweglichkeits- und Atemübungen.

Neben dem Körpergewicht werden beim Functional Training hauptsächlich Kleingeräte wie Kettlebells, Kurz- und Langhanteln, Gummibänder, Blackrolls sowie Schlingentrainer eingesetzt. Viele Personal Trainer nutzen daher einen eigenen Fitnessraum, der über die nötige Ausstattung verfügt. Trainieren Kunden lieber zu Hause, schaffen sie sich häufig selbst das Equipment an.

Der Preis für eine professionelle Rundum-Betreuung ist unterschiedlich. Eine Stunde könne zwischen 60 und 100 Euro kosten, schätzt Kaptain. Um die Kosten zu senken, buchen einige Kunden den Personal Trainer nur einmal im Monat und absolvieren die übrigen Sporteinheiten allein. Der Coach gibt ihnen dann begleitend per Telefon oder Internet Tipps zu Ernährung oder Trainingsplanung. Eine andere Variante ist das Kleingruppentraining. Hier sei es wichtig, dass die drei bis maximal fünf Teilnehmer einen ähnlichen Fitnesszustand haben, so Kaptain.

Um langfristig einen erkennbaren Effekt zu erzielen, sind etwa zwei Trainingseinheiten in der Woche erforderlich. „Für einen Untrainierten kann aber auch schon ein wöchentliches Training ein deutlicher Fortschritt sein. Bei mangelnder Beweglichkeit sind hingegen tägliche Einheiten von 10 bis 15 Minuten sinnvoll“, sagt Grüner. Der Fitness-Coach rät auch in der Vorweihnachtszeit zu zehn Minuten Bewegung am Tag: „Ich gebe meinen Kunden drei bis vier Übungen, die sie jeden Tag umsetzen sollen. Das sollte jeder einrichten können - egal wie viel er vor den Festtagen um die Ohren hat.“

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