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Panorama

17. Januar 2017 | 18:11 Uhr

Bahnverkehr in SH und HH : Mehr Züge, kürzere Wartezeiten: „Deutschlandtakt“ hilft dem Norden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Verkehrsminister Dobrindt will die Taktung bei Bahnreisen verbessern. Das muss an Knotenbahnhöfen wie in HH passieren.

Hamburg/Kiel | Reisende von Schleswig-Holstein nach Frankfurt am Main haben in Hamburg viel Zeit: Von der Westküste kommend müssen sie 48 Minuten auf den Anschlusszug warten, von Lübeck kommend 33 Minuten. Bald aber soll mit solchen Geduldsproben Schluss sein: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will bis 2030 im Zugverkehr den „Deutschlandtakt“ einführen. Kurze Umsteigezeiten und mehr Verbindungen sollen das Bahnfahren attraktiver machen. „Ein Hauptproblem ist bisher, dass die Leute nicht vertaktet reisen können – das wollen wir ändern“, sagte Dobrindts CDU-Staatssekretär Enak Ferlemann am Dienstag bei der Vorstellung der Pläne in Berlin.

Um den Deutschlandtakt verwirklichen zu können, sind noch umfassende Ausbauten im Schienennetz nötig. Im neuen Bundesverkehrswegeplan hat Dobrindt die Projekte zwar berücksichtigt – doch viele sind noch nicht durchgerechnet und stehen daher unter Vorbehalt.

Spätestens 2030 sollen möglichst viele Züge an wichtigen Knotenbahnhöfen wie Hamburg zu ähnlichen Zeiten ankommen und Minuten später zu ähnlichen Zeiten wieder abfahren. Die Ankunfts- und Abfahrtszeiten in den Bahnhöfen sollen entweder stets um die volle oder die halbe Stunde herum liegen. Dobrindts Fachleute haben die Pläne sogar schon so weit vorangetrieben, dass sie konkrete Zeiten für jeden Fernbahnhof nennen. In Lübeck etwa sind die Abfahrten zur vollen Stunde vorgesehen, in Kiel zur halben. In Hamburg dagegen werden die meisten Fernzüge in Richtung Norden um die Viertelstunde herum losfahren und in Richtung Süden um die Dreiviertelstunde.

Bereits beschlossen und wichtig für den Taktfahrplan sind im Norden der Bau der Schnellfahrstrecke zum geplanten Fehmarnbelt-Tunnel sowie der Ausbau der Linien Hamburg-Hannover und Hannover-Bielefeld. Im Süden muss Dobrindt vor allem die Mittelrheinachse ausbauen. Zwar sinken die Reisezeiten durch die geplanten Investitionen nicht gravierend – zwischen Harburg und Hannover etwa von 69 auf 58 Minuten, zwischen Hannover und Osnabrück von 67 auf 59 und zwischen Frankfurt und Mannheim von 38 auf 29. „Das sind wenige Minuten“, sagte Ferlemann, „doch genau die machen die Vertaktung möglich.“

Die Tabelle zeigt den Taktplan für den Norden mit vorgesehenen Abfahrts- oder Ankunftsminuten von Fernzügen:

  Abfahrt nach HH Ankunft von HH
Westerland 28 59
Niebüll 00 25
Husum 29 57
Neumünster 55 06
Kiel 36 26
Lübeck 01 59

 

Nun muss Dobrindt allerdings noch den Güter- und den Nahverkehr in den Deutschlandtakt einbeziehen. Dazu will er zum einen die Gütertrassen für Zuglängen von 740 Metern ausbauen. Zum anderen redet er mit den Ländern über die Integration der Regionalzüge in den Deutschlandtakt. „Änderungen im geringen Minutenbereich sind daher noch möglich“ sagte Ferlemann. Allerdings müssten „unter Umständen auch die Länder ihre Regionalfahrpläne umstellen“. In Schleswig-Holstein ist das kein großes Problem: Wie ein Sprecher von Verkehrsminister Reinhard Meyer sagte, passen die Anschlüsse in Kiel und Lübeck schon jetzt.

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erstellt am 30.Nov.2016 | 13:37 Uhr

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