zur Navigation springen

Panorama

07. Dezember 2016 | 23:26 Uhr

Reutlingen in Baden-Württemberg : Mann tötet Frau mit Machete - Autofahrer stoppt Täter

vom

Zwei Menschen wurden zudem verletzt. Hinweise auf einen Terror-Anschlag gibt es nicht.

Reutlingen | Mit einer Machete hat ein Mann in Reutlingen in Baden-Württemberg eine Frau getötet und zwei Menschen verletzt. Der Mann wurde kurz nach der Tat am Sonntag festgenommen, bestätigte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Anhaltspunkte für einen terroristischen Anschlag gebe es nicht, sagte er. Es gebe auch keine Hinweise auf weitere Täter. Die Polizei gehe vielmehr der Frage nach, ob Täter und Opfer sich kannten: "Wenn ein Mann und eine Frau in Streit geraten, geht man von einer Beziehungstat aus."

Nach den Taten in Würzburg und München sind viele Menschen verunsichert - und geraten schnell in Panik, auch jetzt in Reutlingen. Doch die Polizei sagt ganz klar: Anhaltspunkte für einen terroristischen Anschlag gebe es nicht.

Die Bluttat geschah den Angaben zufolge auf offener Straße in der Reutlinger Innenstadt am Zentralen Omnibusbahnhof. Zahlreiche Passanten wurden Augenzeugen der Tat. Laut Polizei schlug der Mann mit der Machete wild um sich, bevor er die Waffe wegwarf und überwältigt wurde. Der Festgenommene sei der Polizei schon wegen mehrerer Körperverletzungen bekannt.

Über Notrufe sei zuerst gemeldet worden, dass ein Mann und eine Frau in Streit geraten seien. Der Sprecher sagte weiter, der 21-Jährige sei sieben Minuten nach dem Alarm um 16.27 Uhr festgenommen worden. Der Festgenommene wurde selbst verletzt. Er befinde sich in ärztlicher Behandlung und werde dann vernommen, sagte ein Polizeisprecher. Sein Motiv sei "Gegenstand der Ermittlungen".

Nachdem der Mann - laut Polizei handelt es sich "um einen 21-jährigen Asylbewerber aus Syrien" -die Frau getötet hatte, verletzte er Polizeiangaben zufolge noch eine weitere Frau und einen Mann. Die verletzte Frau habe in einem Auto gesessen, das mit zerschmetterten Scheiben am Tatort stehenblieb.

Ein anderer Autofahrer stoppte den mutmaßlichen Täter dann. Er habe den flüchtenden Angreifer mit seinem Wagen bewusst angefahren, bestätigte ein Polizeisprecher. Der Mann stürzte zu Boden, Polizisten nahmen ihn fest. Der Autofahrer hatte die Bluttat zuvor gesehen und sein Auto auf den Angreifer gesteuert.

Die Bluttat im Zentrum der 112.500 Einwohner zählenden Stadt, rund 40 Kilometer von Stuttgart entfernt, löste bei Augenzeugen Panik aus. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht mehr, teilte das Rathaus zwei Stunden nach der Tat mit.

Die Stadtverwaltung habe einen Führungsstab eingerichtet und unterstütze die Polizei bei ihrer Arbeit. Zahlreiche Einwohner hatten sich zuvor aus Sorge über Notruf bei der Polizei gemeldet. Sie waren unter dem Eindruck des Amoklaufs von München den Angaben zufolge von der Tat in ihrer Stadt stark verunsichert und verängstigt gewesen. Rund um den abgesperrten Tatort versammelten sich am Abend viele Schaulustige, die der Spurensicherung bei der Arbeit zusahen.

Dass es sich um einen Asylbewerber handelt, spiele "für den Tathergang keine Rolle", räumte ein Polizeisprecher ein. Ob die Herkunft oder der Aufenthaltsstatus des Mannes in einem Zusammenhang mit der Tat stehen könnten, ließ die Polizei offen.

Blaulichtmonitor

Was ist der Blaulichtmonitor?

 
zur Startseite

von
erstellt am 24.Jul.2016 | 22:01 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert