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Panorama

06. Dezember 2016 | 13:12 Uhr

Jüdische Kundin beschwert sich : Londoner Café verkauft Smoothies mit Hakenkreuzen

vom

Es sollte sich um hinduistische Symbole handeln. Die betroffenen Smoothies wurden aus dem Sortiment genommen.

London | Ein Café in London musste sich entschuldigen, nachdem es Smoothies mit einem Hakenkreuz-Logo verkauft hatte. Eine jüdische Kundin beschwerte sich über das Produkt, das mittlerweile nicht mehr erhältlich ist. In dem Café in London konnten Kunden noch bis vor Kurzem einen Smoothie erwerben, auf dessen Etikett ein Hakenkreuz abgedruckt war. Auch der Name des Getränks ließ durchaus eine Nähe zu rechtem Gedankengut vermuten, schließlich hieß es „The Nutzi“.

Eine jüdische Kundin, deren Familienmitglieder durch die Nazis getötet wurden, beschwerte sich bei dem Manager des Ladens, wie sie anschließend Mitgliedern der Wohltätigkeitsorganisation „Campaign Against Antisemitism“ berichtete. Als sie ihn nach dem Symbol auf dem Etikett gefragt habe, habe dieser entgegnet, dass es sich dabei um eine Swastika, also um ein hinduistisches Symbol für Gesundheit und Wohlstand, handeln würde. Die Kundin gab sich damit nicht zufrieden, immerhin seien im Hindu-Symbol normalerweise Punkte zu sehen. Auf den missverständlichen Namen des Getränks angesprochen, habe der Manager entgegnet, dass es als Wortspiel zu verstehen sei, da der Smoothie Nüsse enthielte.

Kundin bricht in Tränen aus

„Ich habe ihm gesagt, wie beleidigend das für gewisse Menschen ist. Er hat gefragt, warum ich das so beleidigend finde. Ich habe gesagt, dass ich meine Familie durch das Nazi-Regime verloren habe. [...] Er sagte einfach, dass London eine freie Stadt ist“, wird die Kundin auf der Homepage der Organisation zitiert. „Ich habe den Laden in Tränen und zitternd verlassen. Es hat mir gezeigt, wie viel Antisemitismus und Faschismus noch immer präsent sind“, so die jüdische Frau weiter.

Nachdem in den Tagen danach einige Mitglieder der „Campaignn Against Antisemitism“ den Laden besuchten, um sich von den Äußerungen der Frau zu überzeugen, wurde der Vorfall langsam publik. Ein Reporter des Boulevardblatts „The Sun“ sprach mit dem Mitarbeiter, der die umstrittenen Flaschen designt hatte. Dieser lehnte es ab, sich zu entschuldigen. Vielmehr sprach er von einem Missverständnis.

Mitarbeiter wird entlassen

Mittlerweile ist der Smoothie aber nicht mehr erhältlich. Der Gründer des Ladens erzählte anschließend, dass der Mitarbeiter entlassen wurde, der für das Design verantwortlich war und das Hakenkreuz demnach ohne wirkliche Absprache auf das Etikett der Flaschen drucken ließ. Zudem entschuldigte sich den Gründer für den Vorfall.

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erstellt am 29.Nov.2016 | 10:04 Uhr

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