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Panorama

05. Dezember 2016 | 13:43 Uhr

Schwedische Akademie : Literaturnobelpreis 2016: Das sind die Favoriten

vom

Fünf Anwärter schaffen es in die engere Auswahl der Jury. Ein Kenianer gilt als heißester Kandidat für die Auszeichnung.

Stockholm | Wer bekommt den Literaturnobelpreis 2016? Das entscheidet eine schwedische Jury am Donnerstag. Rund 220 Kandidaten sind für die prestigeträchtige, mit acht Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) dotierte Auszeichnung vorgeschlagen. Doch nur fünf Autoren schaffen es jedes Jahr in die engere Auswahl der Schwedischen Akademie.

2015 ging der Preis an die große Favoritin Swetlana Alexijewitsch aus Weißrussland. In diesem Jahr drucksen Literaturexperten dagegen auf die Frage, wer den Nobelpreis bekommen könnte, arg herum. Für die Tipper steht dagegen fest: Der Kenianer Ngugi Wa Thiong'o („Herr der Krähen“) ist der heißeste Anwärter auf die Auszeichnung.

Bei dem britischen Wettanbieter Ladbrokes stehen mit dem Japaner Haruki Murakami („Kafka am Strand“), dem syrischen Dichter Adonis und dem US-Amerikaner Philip Roth außerdem lauter ewige Favoriten in der Gunst der Zocker. Einziger Geheimtipp ist der Norweger Jon Fosse, der erst seit wenigen Jahren auf der Liste oben mitspielt. „Er wird jetzt seit einiger Zeit genannt, ich denke, er könnte ein Kandidat sein“, sagte der Verleger Stephen Farran-Lee. „Das Problem ist, dass die Akademie es schon seit vielen Jahren eher vermeidet, einem nordischen Schriftsteller den Preis zu geben.“

Auch der Koreaner Ko Un war zuletzt in der Liste der möglichen Preisträger aufgerückt. Auf ihn setzt die Literaturkritikerin Maria Schottenius. Doch auch der somalische Autor Nurrudin Farah könnte laut der Schwedin Chancen haben. Für einen Afrikaner sprechen zwei Dinge: Erstens ist Jury-Mitglied Per Wästberg ein Liebhaber afrikanischer Literatur - und zweitens liegt der letzte Nobelpreis für einen Schriftsteller von dem Kontinent schon 13 Jahre zurück.

Allerdings: „Die Akademie ist in den letzten Jahren unberechenbar gewesen“, meint Farran-Lee. Dass sie auf Wa Thiong'o setzt, sei deshalb „möglich, aber ich denke nicht, dass es passiert“, sagte der schwedische Verleger Svante Weyler. „Da gehen sie lieber in die falsche Richtung wie mit Mo Yan.“ Bevor die Jury den chinesischen Schriftsteller 2012 zum Nobelpreisträger kürte, hatten Experten eher damit gerechnet, dass sein Landsmann Bei Dao den Preis bekommt. Deshalb könnte zum Beispiel auch der Ungar László Krasznahorkai statt dem ewigen Anwärter Péter Nádas geehrt werden, meinen Beobachter. Oder der US-Amerikaner Thomas Pynchon statt seinem Kollegen Roth.

Welche Überraschung die Jury in diesem Jahr auch aus dem Hut zaubert: Dass ein deutschsprachiger Schriftsteller am Ende neuer Nobelpreisträger ist, halten Experten für ziemlich unwahrscheinlich. Doch wer weiß? Schon mit dem Datum der Bekanntgabe hatte die Akademie diesmal überrascht. Anders als in früheren Jahren wurde der Preis nicht in der vergangenen Woche mit den anderen Nobelpreisen verkündet. Verliehen werden die begehrten Auszeichnungen aber gemeinsam am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 08:25 Uhr

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