zur Navigation springen

Panorama

06. Dezember 2016 | 15:15 Uhr

Hersteller Ferrero «​bestürzt» : Justiz prüft Vorwurf der Kinderarbeit bei Überraschungseiern

vom

Setzen rumänische Kinder die berühmten Überraschungen für Schokoladeneier zusammen? Das behauptet eine britische Zeitung. Die Staatsanwaltschaft Rumäniens ermittelt. Der Ü-Eier-Hersteller Ferrero ist entsetzt und will den schweren Vorwurf schnell klären.

Der Süßwarenhersteller Ferrero will  Kinderarbeitsvorwürfe bei der Herstellung von Überraschungseiern in Rumänien schnellstmöglich aufklären. Dazu seien unabhängige Prüfer sowie ein spezialisiertes Team dorthin geschickt worden, teilte Ferrero Deutschland mit.

Das Unternehmen reagierte damit auf Ermittlungen der rumänischen Staatsanwaltschaft und auf einen Bericht der britischen Boulevardzeitung «The Sun».

Die Ermittler gehen dem Verdacht auf Ausbeutung Minderjähriger nach, erklärte Mihaela Porime von der Sondereinheit der Staatsanwaltschaft DIICOT. Derzeit gebe es aber noch keinen klaren Verdächtigen, man ermittle zunächst nur «zur Sache»​.

«The Sun» hatte berichtet, dass in Rumänien Kinder angeblich für geringe Löhne den Inhalt der Schokoladen-Eier für den Süßwarenhersteller Ferrero zusammensetzten. Auf die Vorwürfe reagierte der Hersteller entsetzt und zeigte sich betroffen: «Wir nehmen diese Angelegenheit äußerst ernst und haben sofortige, umfassende Ermittlungen initiiert.» Man kooperiere mit den rumänischen Behörden in vollem Umfang und werde den Vorwürfen nachgehen. Ferrero verfüge über strenge Regelungen für Lieferanten, die Kinderarbeit zwingend ausschlössen. «Ein solches Fehlverhalten verstößt absolut gegen unseren Ethikkodex.»

Unstimmigkeiten gab es unterdessen über die Entstehung eines Videos, dass die «Sun» veröffentlicht hatte: Eine dort gezeigte Frau, die als Heimarbeiterin in Rumänien für den Zulieferer arbeiten soll, bezeichnete den Bericht der Briten als falsch und das Video als «Inszenierung». Sie mache diese Zulieferer-Arbeit zu Hause, Kinder seien aber nicht beteiligt, sagte sie rumänischen Medien. Sie sei davon ausgegangen, dass ein Werbefilm für Überraschungseier geplant gewesen sei. Ferrero selbst betonte in seiner Stellungnahme, dass die Medien im Hinblick auf die Vorwürfe «bereits eine Reihe von Unstimmigkeiten hervorgehoben» hätten und ausführlich darüber berichteten.

Offen blieb zunächst, ob Heimarbeit bei der Herstellung von Ü-Eiern bei Ferrero-Zulieferern allgemeine Praxis ist. Ferrero gab dazu auf Anfrage der dpa zunächst keine Auskunft. Rumäniens Arbeitsinspektion erklärte, dass sie zwei rumänische Ferrero-Zuliefererfirmen 2014 und 2015 kontrolliert habe. Keine dieser Firmen habe damals Heimarbeiter beschäftigt.

Artikel mit Video in The Sun

zur Startseite

von
erstellt am 24.Nov.2016 | 15:53 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert