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Panorama

10. Dezember 2016 | 04:16 Uhr

Polizei: «Ein dicker Fisch» : Großrazzien gegen Taschendieb-Bande in Berlin und Rumänien

vom

Seit Monaten wird gegen eine Bande von Taschendieben ermittelt. Es gibt mehr als 40 Verdächtige. Nun schlägt die Polizei in Berlin und Rumänien zu.

Im Kampf gegen den drastisch gestiegenen Taschendiebstahl ist Ermittlern in Berlin und Rumänien ein großer Schlag gelungen. Bei einer Razzia in der deutschen Hauptstadt wurden ein Hotel, zwei Bars und mehrere Autos durchsucht.

Rund 230 Kräfte von Bundespolizei, Zoll und Landeskriminalamt waren im Einsatz. In der Luft kreiste ein Hubschrauber, Drogenspürhunde waren vor Ort. Parallel gab es Festnahmen und Hausdurchsuchungen in Rumänien, wie die dortige Polizei mitteilte.

Das Ermittlungsverfahren gegen 44 Beschuldigte laufe seit Juli 2015, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die mutmaßlichen Taschendiebe sollen alle aus der Stadt Craiova im Südwesten Rumäniens stammen und in europäischen Großstädten bandenmäßig unterwegs gewesen sein. Ihnen werden 200 Taten zur Last gelegt. Sie sollen 150 000 Euro erbeutet haben. Rumänische Behörden bezifferten den Schaden auf 225 000 Euro.

Laut Bundespolizei liegen 17 Haftbefehle gegen Verdächtige vor. Bis Donnerstagnachmittag wurden elf vollstreckt. Zuletzt wurde ein 25-Jähriger in dem Hotel gestellt. Er habe sich dort offenbar versteckt, hieß es. Einem weiteren Verdächtigen wurde demnach der Haftbefehl in Berlin hinter Gittern verkündet, er sitze bereits wegen eines anderen Delikts.

Die rumänischen Behörden teilten mit, es seien neun deutsche Haftbefehle vollstreckt worden. In Craiova und Umgebung seien zehn Häuser durchsucht worden.

Nach den noch nicht Gefassten wird laut Ermittlerangaben mit europäischem Haftbefehl gesucht. Bei den Durchsuchungen sei Beweismaterial sichergestellt worden, das nun ausgewertet werde. Darunter seien Ausweise, Quittungen und Portemonnaies.

Laut Bundespolizei waren an dem Einsatz in Berlin und Rumänien Verbindungsbeamte aus beiden Ländern beteiligt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) lobte die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden. Durch die intensive Kooperation sei es gelungen, die Verdächtigen zu fassen.

In der Berliner Kriminalstatistik sind für das vergangene Jahr genau 40 399 Taschendiebstähle aufgelistet. Das war laut Polizei eine Zunahme um mehr als ein Viertel gegenüber 2014. Die Behörde nannte auf Anfrage für dieses Jahr noch keine neuen Zahlen.

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erstellt am 13.Okt.2016 | 17:02 Uhr

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