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Panorama

10. Dezember 2016 | 10:04 Uhr

Fortsetzung des Prozesses : Gina-Lisa Lohfink bricht in Tränen aus - Zeuge bestreitet die Tat

vom
Aus der Onlineredaktion

Der zunächst unauffindbare Zeuge Sebastian Castillo Pinto hat ausgesagt - und die Tat bestritten. Er sei das Opfer.

Berlin | Der frühere Manager Sebastian Castillo Pinto hat vor Gericht den Vorwurf zurückgewiesen, das Model Gina-Lisa Lohfink vergewaltigt zu haben. „Es war einvernehmlicher Sex“, sagte der 33-Jährige am Montag vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten. „Wir hatten zu dritt Spaß.“ Auch Drogen oder K.o.-Tropfen seien in der Nacht im Juni 2012 nicht im Spiel gewesen.

Lohfink wirft Pinto und einem Fußballer Vergewaltigung vor. Die frühere „Germany's next Topmodel“-Kandidatin muss sich deshalb vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen falscher Verdächtigung verantworten.

Pinto erklärte als Zeuge, der eigentlich Geschädigte sei er, weil er keine Arbeit mehr bekomme. Der 33-Jährige war bis vor Kurzem für die Justiz nicht auffindbar. Vor Gericht erklärte er nun, er sei psychisch nicht dazu in der Lage gewesen, sich früher zu melden.

Der Zeuge Sebastian Castillo Pinto kommt zur Verhandlung gegen Gina-Lisa Lohfink ins Amtsgericht Tiergarten in Berlin.
Der Zeuge Sebastian Castillo Pinto kommt zur Verhandlung gegen Gina-Lisa Lohfink ins Amtsgericht Tiergarten in Berlin. Foto: dpa

Gina-Lisa Lohfink ist bei der Fortsetzung ihres Prozesses in Tränen ausgebrochen. Als die Richterin am Montag ein Sexvideo zur Beweisaufnahme - den Laptopmonitor vom Publikum abgewandt - anschauen ließ, blieb das Model zunächst auf seinem Platz. Als ihr Anwalt sie dazu holte, begann sie zu weinen. „Es ist wirklich schlimm, was hier mit mir gemacht wird“, sagte sie.

Richterin Antje Ebner rügte daraufhin den Anwalt: „Sehen Sie nicht, dass Ihre Mandantin emotional überfordert ist? Warum müssen Sie Ihre Mandantin so vorführen?“ Die Verhandlung wurde für zehn Minuten unterbrochen.

Die Vergewaltigungsvorwürfe gegen die beiden Männer hatten sich in früheren Ermittlungen nicht bestätigt. Sie haben inzwischen eine Strafanzeige wegen Verleumdung und Beleidigung gegen das Model gestellt.

Lohfink steht wegen falscher Verdächtigung vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten. Sie hat einen entsprechenden Strafbefehl nicht akzeptiert und die Zahlung von 24.000 Euro verweigert, wodurch es zu dem Prozess kam. Der Fall hat bundesweit Aufsehen erregt. Die einen sehen Lohfink als Opfer der Justiz, andere vermuten eine inszenierte Tränenshow.

Der Prozess wird wieder mit großem öffentlichen Interesse verfolgt. Unterstützer haben sich vor dem Kriminalgericht erneut für Lohfink stark gemacht.

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erstellt am 08.Aug.2016 | 13:00 Uhr

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