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Panorama

10. Dezember 2016 | 11:53 Uhr

Blitzschlag : Gewitter – was Kinder wissen müssen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hunderte Menschen werden jedes Jahr durch Blitzschläge verletzt: Eltern sollten Kinder rechtzeitig das richtige Verhalten beibringen.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, im Lotto sechs Richtige zu tippen, viel höher ist: In Deutschland werden jährlich schätzungsweise mehrere hundert Menschen vom Blitz getroffen oder indirekt – zum Beispiel durch umher fliegende Gegenstände oder blitzbedingtes Feuer – verletzt. Bis zu acht Menschen kommen nach Angaben des statistischen Bundesamtes pro Jahr bei Gewittern ums Leben. Allein 2014 wurden mehr als 600  000 Blitzeinschläge registriert, besonders viele im Juli. „Weil eine Gewitterfront schnell und unerwartet aufziehen kann, ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern vermitteln, wie sie sich zu verhalten haben“, rät Giulia Rogge von der Stiftung Kindergesundheit.

Ein Blitzschlag kann nur überlebt werden, wenn die Blitzwirkung den Körper nur am Rande berührt hat. Der extrem kurze Kontakt von einer tausendstel bis zehntausendstel Sekunde bietet eine weitere Überlebenschance. Im Haus, in der Bahn und im Flugzeug ist man weitgehend geschützt. Das gleiche gilt für den Aufenthalt im geschlossenen Auto. „Als Insasse sollte man bei Gewitter jedoch nie die Blechanteile im Auto berühren“, sagt Dr. Fred Zack, Rechtsmediziner und Gewitterexperte an der Universität Rostock.

In Häusern ohne Blitzableiter kann ein Blitz alle Leitungen für Wasser, Strom, Heizung und Telefon unter Strom setzen. Bei Gewitter sollten solche Leitungen nicht berührt werden. „Stecker von Elektrogeräten und Antennenstecker von Radio- und Fernsehgeräten sollten rechtzeitig herausgezogen und auch Computer vom Netz genommen werden“, rät Giulia Rogge. Auch sollte man bei Gewittern nicht duschen, in die Badewanne steigen und nur Telefone ohne Kabel benutzen.


Risiko beim Baden und Zelten


Große Gefahr besteht beim Aufenthalt im Freien, besonders am Rand von Wäldern, im Wasser oder beim Zelten. Um die Gefahr möglichst gering zu halten, sollten Eltern und Kinder bei einem Gewitter unbedingt folgende Verhaltensregeln beherzigen:

>Runter vom Fahrrad, raus aus dem Wasser und Schutz in festen Gebäuden suchen. Falls man mit einem Boot unterwegs ist: Schnell anlegen und sich mit einem Mindestsicherheitsabstand von 30 Metern vom Ufer entfernt aufhalten.

>Im Freien nicht stehen bleiben, aber sich auch nicht hinlegen: „Das vergrößert nur die Angriffsfläche, die man dem Strom bietet, der dann über das Herz fließen und tödliche Rhythmusstörungen auslösen kann“, warnt Zack. Außerdem gilt: Weg mit dem Regenschirm! Am besten in die Hocke gehen, Kopf einziehen, Arme an die Brust, Füße eng schließen (nicht mit den Knien den Boden berühren!). Sind die Kinder mit einer Gruppe unterwegs, sollte jeder einzeln in der Hocke bleiben und keine anderen Personen oder Tiere berühren.

>Nicht unter einem freistehenden Baum aufhalten – die Baumart spielt dabei keine Rolle! Im Wald am besten in der Mitte zwischen den Bäumen bleiben. Optimal ist ein Abstand von etwa zehn Metern zu Bäumen und Ästen. Schutz besteht auch unter Hochspannungsdrähten, in der Mitte zwischen den Masten.

>Auf Hügelkuppen, an Hecken, Waldrändern und Wassergräben sollte man sich nicht aufhalten.

>Während eines Gewitters sollte man die Berührung von Metallgegenständen vermeiden: Durch die sogenannte elektromagnetische Induktion kann man auch dann einen Schlag bekommen, wenn der Blitz ein paar hundert Meter entfernt niedergeht. Zu vermeiden sind auch Metallzäune und Weidezaunanlagen, ebenso tabu sind Drahtseile, nasse Kletterseile und eiserne Leitern im Gebirge.

>Der Aufenthalt im Zelt ist bei Gewittern genauso gefährlich wie das Verweilen im Freien. Wohnwagen mit Metallgerüst sind dagegen sicher (Faraday’scher Käfig).

Die Stiftung Kindergesundheit empfiehlt Eltern den Comic „Donner-Wetter! Wissen für Kids zu Donner & Blitz“, herausgegeben vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE): www.donner-wetter.info. Er eignet sich für Kinder vom Grundschulalter bis zur 6. Klasse.

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erstellt am 21.Jul.2016 | 11:09 Uhr

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