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Panorama

10. Dezember 2016 | 11:46 Uhr

„Kannibalen“-Website : Geschäftsmann zerstückelt – neuer Mordprozess gegen Polizisten

vom

Im November erstickt ein 59-Jähriger im Osterzgebirge. War es Mord oder hat sich der Geschäftsmann selbst erhängt?

Dresden | Ein Kriminalbeamter aus Sachsen, der die Leiche eines Geschäftsmannes zerstückelt haben soll, steht zum zweiten Mal vor Gericht. Der Mordprozess in Dresden ist ein neuer Anlauf zu klären, ob der Beamte des sächsischen Landeskriminalamtes den 59-Jährigen aus Niedersachsen auch getötet hat. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt. Der Angeklagte bestreitet das, nach seinen Angaben hat sich der 59-Jährige selbst erhängt.

Die beiden Männer hatten sich auf einer „Kannibalen“-Seite im Internet kennengelernt. Der eine träumte davon, getötet und verspeist zu werden, der andere wollte mal eine Leiche zerstückeln. Laut Obduktion wurde der Mann erdrosselt. Nach Ansicht der Staatsanwaltsschaft hat der Polizist ihn erhängt.

Der 58 Jahre alte suspendierte Beamte war im vergangenen Jahr wegen Mordes und Störung der Totenruhe zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Richter hatten in dem unbedingten Todeswunsch seines Gastes einen außergewöhnlichen Umstand gesehen und von der üblichen lebenslangen Haft Abstand genommen. Verteidigung und Anklage hatten das Urteil später beide angefochten. Der Bundesgerichtshof hob es hinsichtlich des Mordvorwurfs auf und kritisierte, dass eine mögliche Selbsttötung nur unzureichend geprüft worden sei.

Nach dem erfolgreichen Revisionsantrag soll nun eine andere Strafkammer klären, ob der LKA-Mann den 59-Jährigen im November 2013 im Gimmlitztal (Osterzgebirge) auch umgebracht oder einzig dessen Leiche zerstückelt hat. Er ist wegen Mordes angeklagt.

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erstellt am 01.Nov.2016 | 08:12 Uhr

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