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Panorama

06. Dezember 2016 | 13:12 Uhr

Zenkerella : Fast wie ein Pokémon: Diese Maus-Ratte fasziniert Forscher

vom

Forscher sind auf der Jagd. Doch statt Pikachu und Co. geht es um ein echtes lebendes Fossil: den Dornschwanzbilch.

Los Angeles | Forscher sind in heller Aufruhr. In Afrika sind sie einem superscheuen Nagetier auf der Spur. Das Besondere: Der mysteriöse Dornschwanzbilch (Zenkerella insignis) gilt als lebendes Fossil, doch bisher wurden nur tote Tiere gefunden. Der Forschergeist ist geweckt: Wer entdeckt zuerst ein lebendiges Exemplar?

„Man könnte ihn als das ultimative Pokémon bezeichnen, das Wissenschaftler noch nie lebendig fangen konnten“, berichtet Prof. Erik Seiffert von der University of South California.  Die drei Tiere, die zuletzt in Jägerfallen entdeckt wurden, waren unversehrt. So konnte erstmals ein DNA-Abstrich gemacht werden, wie die Forscher im Fachjournal „PeerJ“ berichten.

Damit liegen der Wissenschaft nun insgesamt 14 Exemplare des mysteriösen Nagers mit dem schuppenbesetzten Schwanz vor, über dessen Lebensweise bisher kaum etwas bekannt ist. Elf davon sind bereits in Museen zu bestaunen. Von den drei neuen Exemplaren haben Forscher DNA- Proben genommen und vergleichen sie mit dem Erbgut anderer Nager. Das sind die Ergebnisse:

Verwandte

<p>Gleithörnchen sind enfernte Verwandte des Zenkerellas. Zwischen ihren Vorder- und Hinterbeinen spannt sich eine Gleithaut, die wie ein Gleitschirm wirkt, wenn sie von einem Ast springen.</p>

Gleithörnchen sind enfernte Verwandte des Zenkerellas. Zwischen ihren Vorder- und Hinterbeinen spannt sich eine Gleithaut, die wie ein Gleitschirm wirkt, wenn sie von einem Ast springen.

Foto: Imago/Imagebroker

Zenkerella ist entfernt mit zwei Gleithörnchen verwandt und gehört zu einer Gruppe prähistorischer Nagetiere (Anomaluroidea), die es bereits vor 49 Millionen Jahren gab, berichten die Forscher.

Fähigkeiten und Aussehen

Zenkrerella erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 18 bis 23 Zentimeter, zu der ein etwa 16 Zentimeter langer buschiger Schwanz kommt. Genau wie bei anderen Dornschwanzhörnchen kommen an der Unterseite des Schwanzes dornenbesetzte Schuppen vor. Dank ihnen können die Tiere geschickt an Bäumen hochklettern.

Das Fell des Dornschwanzbilchs erscheint an der Oberseite in verschiedenen Grautönen, der Bauch ist allgemein heller und der Schwanz meist dunkler. Am Knöchel der hinteren Füße bedecken schwarze Haare eine Stelle mit Drüsen, deren Funktion noch nicht bekannt ist.

„Das ist eine faszinierende Geschichte des Überlebens“, sagt Seiffert. Der Dornschwanzbilch habe diese immense Zeitspanne mit minimalen Veränderungen überlebt, wie der Vergleich mit fossilen Funden zeigte. Unter den 5400 Säugetierspezies gelte Zenkerella deshalb zusammen mit nur drei weiteren Arten als lebendes Fossil.

Es schmeckt nicht

Einheimische im westlichen Zentralafrika berichten davon, dass sie höchstens ein bis zwei Dornschwanzbilche pro Jahr in ihren Fallen finden. Das Fleisch sei aber ungenießbar.

Lebensraum und -stil

<p>Bioko ist eine Insel im Golf von Guinea.</p>

Bioko ist eine Insel im Golf von Guinea.

Foto: Imago/Bluegreen Pictures

Das Tier sei nachtaktiv und schlafe in Baumhöhlen. Auf der Bioko-Insel, wo die drei jüngsten Exemplare gefunden wurden, wollen die US-Forscher der Lebensweise des wendigen „Pokémon-Tiers“ nun weiter nachgehen - wenn sie es denn erwischen.

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erstellt am 17.Aug.2016 | 15:15 Uhr

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