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Panorama

03. Dezember 2016 | 05:42 Uhr

Tod auf der «Gorch Fock» : Ex-Kapitän beschreibt See in Unglücksnacht als ruhig

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Kameradinnen der toten «Gorch Fock»-Kadettin Jenny Böken berichten als Zeugen von dem Unglücksabend vor acht Jahren. Das Gericht muss klären, ob es eine besonders gefährliche Lage für die Besatzung gab. Nur wenn dies zutrifft, hätte die Klage der Eltern Erfolg.

In der Berufungsverhandlung um den Tod der Bundeswehr-Kadettin Jenny Böken hat der Ex-Kapitän der «Gorch Fock» ausgesagt. Es habe an dem Abend, an dem die damals 18-Jährige während einer Nachtwache in die Nordsee stürzte, keinen Grund gegeben, die Besatzung besonders zu sichern.

Das sagte Norbert Schatz vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster. An dem Abend im September vor acht Jahren sei es trocken gewesen, das Schiff habe stabil und ruhig in der Nordsee gelegen. Von 23 seien 10 Segel gesetzt gewesen. Schwimmwesten müssten nach Vorschrift nur angeordnet werden, wenn es Eisbildung, Nebel oder schwere See gebe. «Nichts davon war an dem Abend erfüllt.»

In der Verhandlung geht es um die Frage, ob den Eltern der verunglückten Kadettin aus Geilenkirchen bei Aachen eine Entschädigung nach dem Soldatenversorgungsgesetz zusteht. Sie haben die Bundesrepublik auf Zahlung einer Entschädigung von 20 000 Euro verklagt, da ihre Tochter nach ihrer Ansicht an Bord des Bundeswehr-Schiffes einen besonders lebensgefährlichen Dienst verrichtet habe und gesundheitlich angeschlagen gewesen sei. Bökens Dienstherr bestreitet dies und lehnt eine Zahlung ab.

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erstellt am 14.Sep.2016 | 16:35 Uhr

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