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Panorama

10. Dezember 2016 | 11:57 Uhr

Pazifik : Erdbeben in Neuseeland löst Tsunami aus

vom

Ein schweres Erdbeben hat die Südinsel Neuseelands erschüttert. Danach kam eine Tsunami-Warnung.

Christchurch/Wellington | In Neuseeland hat ein starkes Erdbeben erhebliche Sachschäden angerichtet und einen Tsunami ausgelöst. Bis zu fünf Meter hohe Wellen rollten am Montagmorgen (Ortszeit) auf Teile der Südinsel zu. In verschiedensten Städten gab es Gebäude- und Straßenschäden sowie Stromausfälle. Nach unbestätigten Rundfunkberichten wurden mehrere Menschen verletzt.

Die Karte zeigt den Bereich um Christchurch an der Ostküste der Südinsel Neuseelands, wo sich das Erdbeben ereignete:

Foto: dpa/US Geological Survey
 

Der Erdstoß auf der Südinsel nahe der Stadt Christchurch in der Nacht zum Montag (Ortszeit) hatte eine Stärke von 7,9, wie das Deutsche Geoforschungszentrum in Potsdam mitteilte. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke mit 7,8 an, in Neuseeland selbst war von 6,6 die Rede. Von Verletzten oder Toten war nichts bekannt.

Die erste Tsunamiwelle erreichte nach Angaben des Zivilschutzes die Nordostküste der Südinsel Neuseelands am Montag früh kurz vor 2 Uhr Ortszeit (14 Uhr MEZ am Sonntag) - etwa zwei Stunden nach dem Beben. An dem Küstenabschnitt von der Halbinsel Banks südlich Christchurchs bis nahe der Nordspitze der Südinsel Neuseelands drohten Wellen von drei bis fünf Metern Höhe. Dies gelte auch für die 900 Kilometer östlich im Pazifik gelegenen Chatham Islands. An der übrigen Ostküste Neuseelands könnten ein bis drei Meter hohe Wellen aufrollen, schrieb der Zivilschutz. Die erste Welle müsse nicht die größte sein. „Begeben Sie sich sofort ins Inland oder zu höheren Punkten“, warnte er.

Den Experten zufolge ereignete sich das Beben in einer Tiefe von 10 Kilometern, das Zentrum lag demnach nördlich von Christchurch. Menschen in der Region berichteten in den sozialen Medien von sehr heftigen Erdstößen.

Nach ersten Medienberichten aus Neuseeland war das Beben nicht nur in Christchurch auf der Südinsel, sondern auch in Wellington, Taranaki, Hamilton und Auckland auf der Nordinsel sehr deutlich zu spüren.

In der Hauptstadt Wellington sammelten sich Hunderte Menschen in den Straßen, während Alarmsirenen heulten und Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge durch die Straßen jagten. Von einigen Gebäuden schienen Mauerteile auf die Straße gefallen zu sein. Nahe dem Platz Civic Square zitterten Hotelgäste in Bademänteln und warteten darauf, in ihr Gebäude zurück zu dürfen. In einer nahen Bar trotzten die Stammgäste dem Chaos, sie tranken und rauchten weiter.

In Christchurch, der größten Stadt der Südinsel, verließen die Bewohner der Uferzonen ihre Häuser in Richtung höher gelegener Stadtteile. Es wurde dichter Autoverkehr gemeldet. Viele Menschen standen auf den Straßen und teilten auf Mobiltelefonen mit, dass sie wohlauf seien. Eine Studentin sagte, sie könne Freunde in der Kleinstadt Waiau unweit von Hanmer Springs nicht erreichen. „Es gibt sechs Menschen in Waiau, die niemand erreichen kann“, sagte sie.

Im Onlineportal „stuff.co.nz“ waren erste Fotos der Schäden zu sehen. Sie zeigten unter anderem zerbrochene Glasscheiben in einem Gebäude in Wellington. Ein Twitter-Nutzer schickte Bilder seines verwüsteten Hauses. In der Region Taranaki fiel in mehreren Städten der Strom aus.

Vom Erdbeben betroffene Menschen posteten Bilder in den sozialen Medien:

 

In Hamilton (Nordinsel) gab es für Wayne Timmo ein unsanftes Erwachen, als die Küchenmarkise gegen das Fenster schlug. „Das Wasser im Swimming Pool des Nachbarn schwappte hin und her und die vom Erdbeben geweckten Leute liefen auf die Straße“, sagte er.

Die Reporterin Rachel Thomas berichtete „stuff.co“ aus Hataitai am Stadtrand von Wellington, sie und ihre Mitbewohner seien vom Ächzen des Daches geweckt worden. „Unser Nymphensittich fiel von seiner Stange. Wir drei drängen uns im Morgenmantel unter dem Küchentisch mit einem zitternden Vogel zwischen uns.“ Eine Polizeisprecherin in Christchurch, der bedeutendsten Stadt der Südinsel Neuseelands, sagte, bis auf ein Loch in einer Straße seien noch keine Schäden gemeldet worden. „Seien Sie nur vorsichtig auf den Straßen wegen möglicher Schäden“, sagte sie.

Ein Beben der Stärke 6,3 hatte im Jahr 2011 in der Gegend um Christchurch schwere Schäden angerichtet. 185 Menschen starben damals, etwa 10 000 Häuser wurden schwer beschädigt.

Neuseeland liegt am sogenannten „Ring of Fire“ (Ring aus Feuer) rund um den Pazifik. In dieser hufeisenförmigen Zone befindet sich etwa die Hälfte aller aktiven Vulkane weltweit. Das Gebiet reicht von der südamerikanischen Westküste über die Westküste der USA, Russland und Japan bis nach Südostasien und Neuseeland.

Längs des „Ring of Fire“ treffen verschiedene Erdplatten aufeinander und es kommt zu Verschiebungen - die Folge sind Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis. Die Region gilt als eine der geologisch gefährlichsten Zonen weltweit. Etwa 90 Prozent aller Erdbeben ereignen sich hier.

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erstellt am 13.Nov.2016 | 18:24 Uhr

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