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Panorama

09. Dezember 2016 | 01:09 Uhr

Stärke 7,8 auf der Richterskala : Erdbeben in Ecuador – Zahl der Toten steigt auf 246

vom

Hunderte Menschen sterben, Tausende sind verletzt. Und die Zahl der Opfer droht zu steigen - noch immer sind zahlreiche Menschen in den Trümmern ihrer Häuser gefangen.

Quito | Dem heftigen Erdbeben in Ecuador sind Hunderte Menschen zum Opfer gefallen. Mindestens 246 Menschen starben, mindestens 2527 weitere wurden verletzt, teilte Vizepräsident Jorge Glas in einer vorläufigen Bilanz am Sonntagabend (Ortszeit) mit. Auch am Tag danach waren die Folgen der Katastrophe noch schwer abzuschätzen. Das südamerikanische Land war am Wochenende von einem Beben der Stärke 7,8 heimgesucht worden. Die Erdstöße im Westen Ecuadors waren nach Regierungsangaben die schlimmsten seit 37 Jahren.

Ecuador ist ein Entwicklungsland, viele Menschen sind arm. Deswegen trifft die Naturkatastrophe das Land umso mehr.

Die Rettungsarbeiten dauerten an. Die Behörden rechneten mit weiteren Opfern, Hunderte Menschen galten noch als vermisst. Staatschef Rafael Correa und Vizepräsident Glas reisten am Sonntag in die betroffenen Küstenregionen. Das Epizentrum des Bebens lag in der Provinz Esmeraldas. Auch die angrenzende Provinz Manabí erlitt schwere Schäden. Nach Angaben der Katastrophenbehörde SGR gab es mehr als 150 Nachbeben.

Im Ort Portoviejo in Manabí nutzten mehr als 100 Häftlinge die Lage, um aus dem beschädigten örtlichen Gefängnis auszubrechen, wie Justizministerin Ledy Zuñiga im Kurznachrichtendienst Twitter schrieb. Etwa 30 seien danach wieder gefasst worden, andere seien freiwillig zurückgekehrt. Tausende Sicherheitskräfte waren in den Stunden nach dem Unglück in das Katastrophengebiet entsendet worden, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten.

Aus vielen Regionen gab es Bilder von schweren Verwüstungen. Einem Bericht der Zeitung „El Comercio“ zufolge war der Ort Pedernales in Manabí weitgehend zerstört. Viele Menschen suchten nach verschwundenen Angehörigen unter den Trümmern, hieß es. Länder aus der Region wie Mexiko, Kolumbien und Venezuela schickten Helfer in das Katastrophengebiet.

In sechs Provinzen Ecuadors galt am Sonntag der Ausnahmezustand. Am Montag sollten nach Angaben der Zeitung „El Telégrafo“ die Schulen in vielen Provinzen geschlossen bleiben. Das Beben war unter anderem in der Hauptstadt Quito im Landesinneren zu spüren. Auch aus der Hafenmetropole Guayaquil wurden Tote und Schäden gemeldet.

Eine Grafik der US-Erdbebenwarte (USGS). EPA/USGS
Eine Grafik der US-Erdbebenwarte (USGS). Foto: EPA/USGS
 

Rund 10.000 Soldaten und 3500 Polizisten wurden zum Einsatz in die Erdbebengebiete gesandt, wie Vizepräsident Jorge Glas bei Twitter schrieb. Zudem waren Helfer aus dem Ausland, vor allem aus Mexiko und Kolumbien, zur Unterstützung der Rettungsarbeiten nach Ecuador unterwegs. Glas zufolge war es das stärkste Beben in dem Land seit 1979.

Staatschef Rafael Correa sprach Opfern und Angehörigen des Unglücks über Twitter sein Mitgefühl aus.

Der Präsident befand sich zum Zeitpunkt des Bebens in Europa und trat auf schnellstem Wege die Rückreise an, um vor Ort die Rettungsarbeiten zu koordinieren. Die Erdstöße hätten „schwere Schäden verursacht“, twitterte er.

In ersten Berichten war von mehr als hundert komplett zerstörten Häusern die Rede. Tausende Gebäude seien beschädigt worden. Nach Angaben von Einsatzkräften wurden zwei wichtige Verbindungsstraßen zwischen Küste und Landesinnerem wegen Schäden gesperrt.

Eine Brücke stürzte ein und zerquetschte ein Auto.
Eine Brücke stürzte ein und zerquetschte ein Auto. Foto: dpa
 

Ecuador liegt geografisch am sogenannten Pazifischen Feuerring, einem Gürtel aus etwa 450 aktiven Vulkanen. Er ist etwa 40.000 Kilometer lang und wie ein Hufeisen geformt. Dort treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. Es kommt zu tektonischen Verschiebungen und Verwerfungen, die Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis zur Folge haben. Das Halbrund aus „Feuerbergen“ reicht von den Küsten Süd- und Nordamerikas bis zu einer Reihe von Inselketten im asiatisch-pazifischen Raum.

Erst Stunden zuvor hatten sich in Japan mehrere schwere Erdbeben ereignet. Dabei kamen nach offiziellen Angaben mindestens 41 Menschen seit Donnerstag ums Leben. Es gab zahlreiche Verletzte und große Schäden.

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erstellt am 18.Apr.2016 | 10:46 Uhr

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