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Panorama

02. Dezember 2016 | 19:09 Uhr

Opferfest der Muslime : Eid al-Adha: Was Sie über das heilige Fest im Islam wissen müssen

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Am Montag feiern Muslime weltweit eines ihrer höchsten Feste: Eid al-Adha. Warum? Und wie wird eigentlich gefeiert?

Es ist einer der Tage, den die meisten Deutschen als ganz normalen Montag wahrnehmen. Für bis zu 4,5 Millionen Muslime hierzulande ist er das in diesem Jahr nicht. Der 12. September ist für sie ein ganz besonderer Tag. Es ist der Tag, an dem eines der heiligsten Feste im Islam gefeiert wird: das Opferfest Eid al-Adha. Gleichzeitig endet die Hadsch, die Wallfahrt nach Mekka. shz.de erklärt, wie der hohe Feiertag im Islam begangen wird.

 

Wird Eid al-Adha immer am 12. September gefeiert?

Der Beginn von Eid al-Adha richtet sich nach dem Mondkalender, deshalb fällt das Fest in jedem Jahr auf ein anderes Datum. Es ist stets der zehnte Tag des zwölften Monats. Für 2016 wurde erwartet, dass es am Sonntag, 11. September, gefeiert wird. Doch der Neumond hatte sich verschoben. Er war nicht wie erwartet am 1. September zu sehen, sondern erst am 2. des Monats. Dementsprechend verschob sich auch Eid al-Adha um einen Tag auf den 12. September.

Warum feiern Muslime das Opferfest?

Mit dem Fest erinnern die Gläubigen an die Bereitschaft Ibrahims (Abrahams), einen Sohn zu opfern, um Gott seinen Glauben zu beweisen. An dem Tag versammeln sich Muslime am frühen Morgen zum Festgebet in den Moscheen. Das Opferfest markiert auch das Ende der Hadsch, der Pilgerfahrt von Millionen Muslimen nach Mekka in Saudi Arabien.

Warum Pilgern Muslime nach Mekka?

Die Hadsch ist für Muslime der Höhepunkt ihres irdischen Lebens. Für alle erwachsenen und gesunden Muslime, die die finanziellen Mittel dazu aufbringen können, gilt es als Pflicht, mindestens einmal im Leben nach Mekka zu pilgern. Dort durchlaufen sie die verschiedenen Stationen der Hadsch.

Sie besuchen das zentrale Heiligtum des Islams, die Kâba. Das quaderförmige Gebäude im Innenhof der Heiligen Moschee muss siebenmal gegen den Uhrzeigersinn umrundet werden. Die Glaübigen pilgern zudem siebenmal zwischen den Orten Safâ und Marwa hin und her, beten am Berg Arafat, steinigen symbolisch den kleinen, mittleren und großen Satan und opfern ein Tier. Durch diese Riten sollen sie sich von Sünden und Fehlern reinigen und anschließend quasi wie neugeboren in ihre Heimat zurückkehren.

Was passiert bei Eid al-Adha?

Muslime, die es sich finanziell leisten können, opfern an diesem Tag ein Tier. Das Fleisch soll verteilt werden; zu einem Drittel an Arme und Bedürftige, zu einem Drittel an Freunde und Verwandte, das letzte Drittel soll der eigenen Familie zukommen. In westlichen Ländern wird es Muslimen empfohlen, das Fleisch auch mit nichtmuslimischen Freunden oder Nachbarn zu teilen.

Als Opfertiere werden je nach regionaler Verfügbarkeit in der Regel Säugetiere wie Schafe und Ziegen, aber auch größere Tiere wie Rinder oder Kamele geschlachtet. Davor wird in den islamischen Gemeinden am Vormittag des ersten Festtages ein Festgebet in der Gemeinschaft gesprochen. Danach werden Glückwünsche ausgetauscht, Kinder beschenkt und Verwandte, Freunde und Nachbarn besucht.

Müssen Muslime an diesem Tag arbeiten?

Die Eid al-Adha ist kein gesetzlicher Feiertag. Muslimische Arbeitnehmer, die das Opferfest feiern, müssen sich für diesen Tag frei nehmen. Muslimische Schüler haben es besser: Sie können sich am Eid al-Adha bundesweit vom Unterricht befreien lassen. Dies geschieht durch schriftliche Meldung der Eltern beziehungsweise bei Volljährigkeit durch Eigenmeldung. Seit längerem schon fordern muslimische Verbände in Deutschland, dass Eid al-Adha zum gesetzlichen Feiertag ernannt wird.

Ist das Schächten von Tieren in Deutschland erlaubt?

Nach dem Islam sollten die Opfertiere geschächtet werden, das hieße, ein Tier würde bei lebendigem Leibe getötet. In Deutschland ist das Schächten, also das Töten von Tieren ohne Betäubung, aber grundsätzlich verboten. Das ist im Tierschutzgesetz (Paragraf 4a) geregelt. Allerdings sind aus religiösen Gründen Ausnahmegenehmigungen möglich. Diese können Angehörige von Glaubensgemeinschaften in Anspruch nehmen – sofern ihnen ihre Religion zwingend vorschreibt, dass nur Fleisch gegessen werden darf, wenn das Tier ohne Betäubung durch einen Kehlschnitt getötet wurde und vollständig ausgeblutet ist. Muslimische Speisevorschriften schreiben diese Art des Verzehrs vor, das so gewonnene Fleisch wird als „halal“, meint zulässig beziehungsweise erlaubt, bezeichnet.

(mit dpa)

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erstellt am 11.Sep.2016 | 18:16 Uhr

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