zur Navigation springen

Panorama

03. Dezember 2016 | 07:51 Uhr

Welt-Aids-Konferenz 2016 : Durban: UNAIDS-Chef fürchtet Scheitern im Kampf gegen Aids

vom

Gegenwärtig infizieren sich jährlich noch rund 2,1 Millionen Menschen mit dem HI-Virus, etwa 1,1 Millionen Menschen sterben an den Folgen der Krankheit. Die finanzielle Unterstützung im Kampf gegen Aids geht zurück.

Durban | Die internationale Gemeinschaft wird der Anti-Aids-Organisation der Vereinten Nationen zufolge das Ziel verfehlen, die tödliche Immunschwächekrankheit bis 2030 zu besiegen. Angesichts anderer dringender Probleme wie Terrorismus oder Migration gehe die finanzielle Unterstützung für den Kampf gegen HIV/Aids in dieser kritischen Phase zurück, erklärte UNAIDS-Chef Michel Sidibé am Montag während der Welt-Aids-Konferenz.

„Ich habe Angst“, sagte er vor Journalisten im südafrikanischen Durban. „Wir werden es nicht schaffen, Aids bis 2030 zu besiegen.“ Auf dieses Ziel hatte sich die internationale Gemeinschaft im Juni verständigt. Wenn der Kampf jetzt nachlasse, werde sich die Epidemie noch weiter ausbreiten. Dann werde die Bekämpfung von HIV/Aids für die internationale Gemeinschaft mittelfristig viel teurer werden, warnte er. „Wenn wir jetzt nachlassen, werden wir es sicher später bedauern.“

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat von der internationalen Gemeinschaft schnelles und entschlossenes handeln gefordert, um die Immunschwächekrankheit Aids bis 2030 zu besiegen. Mehr als die Hälfte der weltweit rund 37 Millionen HIV-Infizierten haben immer noch keinen Zugang zu lebensrettenden Medikamenten, wie Ban während der Welt-Aids-Konferenz sagte. Derzeit bekommen Daten der Vereinten Nationen zufolge nur rund 17 Millionen Menschen Medikamente, die einen Ausbruch von Aids verhindern. „Als internationale Gemeinschaft müssen wir schnell und entschlossen Handeln, um die Ziele zu erreichen, die uns helfen werden, diese Epidemie endlich zu beenden“, sagte Ban.

Gegenwärtig infizieren sich jährlich noch rund 2,1 Millionen Menschen mit dem HI-Virus. Etwa 1,1 Millionen Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen von Aids, vor allem in Afrika.

Die bis Freitag dauernde Konferenz in der südafrikanischen Hafenstadt Durban bringt etwa 18.000 Forscher, Aktivisten und Regierungsvertreter aus rund 180 Ländern zusammen.

Hintergrund: HIV und AIDS

Das Humane Immunschwächevirus (HIV) ist die Ursache für die Krankheit Aids. Es wird vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr und infizierte Injektionsnadeln übertragen. Das Virus ist sehr wandlungsfähig. Viele Tests für einen Impfstoff sind bisher gescheitert.

Der Erreger legt unter anderem bestimmte Immunzellen lahm. Deshalb kann das Abwehrsystem des Körpers Krankheitserreger wie Bakterien und Viren nicht mehr wirkungsvoll bekämpfen. Selbst an sich harmlose Infektionen können so zur tödlichen Bedrohung werden.

Nach einer erkannten HIV-Infektion lassen sich Ausbruch und Symptome von Aids (Acquired Immune Deficiency Syndrome, Erworbenes Immunschwäche-Syndrom) mit verschiedenen Medikamenten bekämpfen. Die Kombination solcher Arzneien kann die Vermehrung des Erregers im Blut verhindern. Lebensqualität und -erwartung der Patienten sind durch diese Therapien deutlich gestiegen. Sie haben jedoch Nebenwirkungen und können Patienten noch nicht heilen.

 
Karte
zur Startseite

von
erstellt am 18.Jul.2016 | 13:51 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen