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Panorama

04. Dezember 2016 | 13:20 Uhr

Flughafen München : Drohne behindert Airbus bei Landeanflug

vom

Zehn Meter neben der rechten Flügelspitze eines Airbus fliegt plötzlich eine Drohne. Das ist gefährlich.

Schwabhausen | Schrecksekunde in 1700 Metern Höhe: Zu einer gefährlichen Begegnung mit einer Drohne ist es am Münchner Flughafen gekommen. Der Pilot eines mit mehr als 110 Menschen besetzten Lufthansa-Airbus bemerkte beim Landeanflug am vergangenen Donnerstagabend plötzlich das Fluggerät, wie die Polizei mitteilte.

Der Zwischenfall ereignete sich in etwa 1700 Metern Höhe über der Gemeinde Schwabhausen bei Dachau. Der Airbus A 321 kam nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers aus Frankfurt am Main, an Bord seien 108 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder gewesen.

Die mit vier Rotoren ausgestattete Drohne sei lediglich etwa zehn Meter neben der rechten Flügelspitze des Airbus unterwegs gewesen. Im Falle einer Kollision wäre die Sicherheit der Passagiere erheblich gefährdet gewesen, betonte die Polizei unter Berufung auf die Airbus-Crew. Eine Annäherung an Luftfahrzeuge aller Art sei „nicht nur überaus gefährlich, sondern auch verboten“.

Hintergrund: Drohnen für Flugzeuge gefährlicher als Vögel

Drohnen wie die jetzt am Münchner Flughafen aufgetauchte sind nach Expertenmeinung gefährlicher für Flugzeuge als Vögel. Eine Drohne sei aus Kunststoff und Metall und könne daher unter Umständen einen größeren Schaden im Triebwerk anrichten, sagte Axel Raab, Leiter der Pressestelle der Deutschen Flugsicherung. Im schlimmsten Fall könne sie es in Brand setzen. „Das Flugzeug kann zwar auch mit einem Triebwerk weiterfliegen, aber es hat nicht umsonst zwei Triebwerke. Das ist auf jeden Fall sicherer.“ Am Münchner Flughafen hatte der Pilot einer Passagiermaschine beim Landeanflug ein Drohne ganz in der Nähe einer Flügelspitze gesichtet.

Seit Anfang vergangenen Jahres habe es gut 30 Drohnen-Vorfälle gegeben - nicht immer gefährliche. „Aber es waren Sichtungen in Lufträumen, in denen sie nicht hätten fliegen dürfen, in Anflugbereichen von Flughäfen oder auf der Strecke“, sagte Raab und erläuterte: „Wir haben ja auch kleine Maschinen, die in 3000 Metern Höhe fliegen, dort wurden Drohnen schon gesichtet.“ Eine Drohne darf nur in Sichtweite der Person fliegen, die sie steuert - bei einem Verstoß dagegen werde ein Drohnenhalter bisher nur sehr selten ermittelt.„Das Problem ist, dass wir die Drohnen nicht auf dem Radar sehen können, weil die einfach zu klein sind“, sagte Raab. „Wir fordern daher eine Registrierung der Drohnen und eine technische Einrichtung, so dass die Drohne auch auf dem Radar sichtbar ist.“ Es werde gerade ein Chip entwickelt, mit dem die Drohne zum einen registriert werde, und der sie zum anderen auf dem Radar sichtbar mache.

 

Wer für den Flug der Drohne verantwortlich ist, war auch am Samstag laut Polizei unklar. Die Beamten hoffen jetzt auf mögliche Zeugen, die den Drohnenlenker zur Tatzeit am Donnerstagabend beobachtet haben könnten: „Wir hoffen, dass jemand in dem Bereich etwas bemerkt hat“, sagte ein Polizeisprecher. Auf den Unbekannten warten Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr.

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erstellt am 06.Aug.2016 | 14:46 Uhr

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