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Panorama

02. Dezember 2016 | 19:12 Uhr

Fenster putzen und Betten beziehen : Die 10 häufigsten Irrtümer im Haushalt

vom

Viele Arbeiten im Haushalt erledigen wir so, wie wir es immer schon gemacht haben. Wir klären die gängigsten Irrtümer auf.

Arbeiten im Haushalt werden häufig so automatisch ausgeführt, dass wir über Sinn und Unsinn gar nicht mehr nachdenken. Meist haben wir ohnehin von Eltern oder Großeltern gelernt, wie man richtig putzt, aufräumt und wäscht – und die können doch nicht irren. Oder? Wir klären die hartnäckigsten Haushaltsirrtümer auf.

1. Nach dem Aufstehen sollten sofort die Betten gemacht werden

Die Bettdecke muss gut gelüftet werden.
Die Bettdecke muss gut gelüftet werden. Foto: Imago
 

Viele haben das in der Kindheit so gelernt und können bis heute das Haus nicht verlassen, wenn das Bett nicht gemacht ist. Wird die Bettdecke allerdings nach dem Aufstehen sofort ordentlich gefaltet und auf die Matratze gelegt, bleibt die Feuchtigkeit im Bett, die durch unser schwitzen in der Nacht entsteht. Die verbleibende Feuchtigkeit zwischen Bettdecke und Matratze ist ein idealer Lebensraum für Hausstaubmilben. Deshalb ist es besser, die Bettdecke zunächst mindestens eine halbe Stunde lang aufzuschlagen und gut zu lüften, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Erst dann sollte sie, falls für notwendig gehalten, ordentlich gefaltet auf die Matratze gelegt werden.

2. Bettwäsche muss nur alle zwei Monate gewechselt werden

Wie oft sollte man Bettwäsche waschen?
Wie oft sollte man Bettwäsche waschen? Foto: Daniel Karmann
 

Wie oben bereits erklärt, schwitzen wir in der Nacht, deshalb sollte aus hygienischen Gründen die Bettwäsche alle zwei bis vier Wochen gewechselt werden. In heißen Nächten oder bei starkem Schwitzen in der Nacht, sollte sie häufiger gewechselt werden. Experten zufolge werden 500 Milliliter Schweiß pro Person und Nacht als normal angesehen. Bettwäsche sollte außerdem immer bei mindestens 60 Grad in der Maschine gewaschen werden, damit alle Keime und Bakterien abgetötet werden. Bettwäsche wird in der Regel aus unempfindlichen Material hergestellt wird, verträgt sie auch häufiges Waschen bei hohen Temperaturen.

3. Fenster bei Sonnenschein putzen, damit man den Dreck besser sieht

Fenster putzen - viele machen das nicht besonders gerne
Fenster putzen - viele machen das nicht besonders gerne Foto: Silvia Marks
 

Bei strahlendem Sonnenschein fällt uns besonders auf, dass die Fenster mal wieder eine Reinigung nötig hätten. Allerdings ist es besser, diesem Impuls zu widerstehen und einen Tag zum Fensterputzen auszuwählen, an dem es bedeckter ist. Denn bei Sonnenschein die Fenster streifenfrei zu putzen, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Durch die Sonne trocknet das Wasser auf der Scheibe zu schnell und so entstehen hässliche Streifen.

4. Mit Zeitungspapier lassen sich Fenster besonders gut reinigen

 Beim Putzen der Scheiben kommt es auch auf das richtige Reinigungsmittel an. Foto: Wolfgang Kumm
Beim Putzen der Scheiben kommt es auch auf das richtige Reinigungsmittel an. Foto: Wolfgang Kumm
 

Tatsächlich eignet sich Zeitungspapier gut, um Fensterscheiben streifenfrei trocken zu polieren. Es hat jedoch einen Nachteil: Auf weißen Fensterrahmen hinterlässt die Druckerschwärze schnell einen grauen Schmutzfilm. Besser geeignet sind daher Mikrofasertücher.

5. Plastikbrettchen sind viel hygienischer als Holzschneidebretter

Wichtig: Brettchen müssen gründlich gereinigt werden.
Wichtig: Brettchen müssen gründlich gereinigt werden. Foto: Andreas Gebert
 

Dass Plastikbrettchen grundsätzlich hygienischer sind, stimmt so nicht. Es kommt nämlich darauf an, wie tief die Rillen im jeweiligen Material sind, in denen sich Keime und Bakterien sammeln können. Bei einem Test des NDR Fernsehens schnitten Holzbretter sogar besser ab. Denn manche Hölzer haben sogar antimikrobielle Eigenschaften. Wichtig ist, dass Brettchen, egal ob aus Holz oder Plastik, nach der Benutzung direkt heiß abgewaschen und ordentlich abgetrocknet werden.

6. Mit Backpulver wird ergraute Wäsche wieder weiß

Weiße Wäsche: Hilft Backpulver vor dem Ergrauen?
Weiße Wäsche: Hilft Backpulver vor dem Ergrauen? Foto: Felix Kästle
 

Werden weiße Wäschestücke häufiger gewaschen, haben sie häufig schnell einen Grauschleier. Angeblich soll Backpulver helfen, die Wäsche wieder strahlend weiß zu bekommen. Wie Stiftung Wartentest herausgefunden hat , lieferte weder die Zugabe von Backpulver in der Waschmaschine noch das Einweichen in einem Bottich mit Wasser und Backpulver messbare Ergebnisse. Ihrem Test zufolge hilft gegen den Grauschleier nur ein Vollwaschmittel, das bereits Bleichmittel enthält. Auch die Benutzung von Chlor als Bleichmittel führt zwar zu sauberer Wäsche, kann aber auch zu Löchern im Material führen.

7. Die Toilette ist der Ort mit den meisten Keimen im Haushalt

Toiletten sind meist gar nicht so stark von Keimen belastet wie andere Gegenstände im Haushalt.
Toiletten sind meist gar nicht so stark von Keimen belastet wie andere Gegenstände im Haushalt. Foto: Ralf Hirschberger
 

Die NDR-Sendung „Markt“ hat vor einigen Jahren Proben in drei Haushalten von Fernbedienungen, Telefonen, Computertastaturen, Toiletten, Duschvorhängen und Spülschwämmen genommen und im Labor auf ihre Keimzahl untersuchen lassen. Die wenigsten Keime klebten demnach auf Fernbedienungen, Telefonen und Computertastaturen. Danach kam aber schon die Toilette. Die Spülschwämme und Duschvorhänge wiesen eine wesentlich höhere Belastung auf. US-Forscher kamen bereits vor Jahren zu ähnlichen Ergebnissen. Proben aus einem Kühlschrank enthielten 11,4 Millionen Keime pro Quadratzentimeter, Toiletten dagegen nur 100.

8. Spülschwämme können in der Spülmaschine gereinigt werden

 In der Küche ist Hygiene besonders wichtig. Foto: dpa-infocom
In der Küche ist Hygiene besonders wichtig. Foto: dpa-infocom

In Spülschwämmen sammeln sich viele Keime an (siehe oben). Dadurch, dass sie häufig feucht sind, sind sie auch ein idealer Nährboden für deren Vermehrung. Experten empfehlen deshalb, sie alle zwei bis drei Tage auszutauschen. Man kann sie aber auch reinigen. Viele legen sie dazu einfach beim nächsten Spülgang in die Spülmaschine. Das kann allerdings dazu führen, dass Fuseln sich festsetzen und die Maschine kaputt geht. Besser ist es, die feuchten Spülschwämme zwei Minuten bei 800 Watt in Mikrowelle zu legen. Wie Forscher der University of Florida in Gainesville herausgefunden haben, werden dadurch 99 Prozent aller Erreger abgetötet.

9. Im Badezimmer und in der Küche werden am besten alle Oberflächen desinfiziert

Damit das Wasser wieder fließen kann, sollte der Duschkopf regelmäßig entkalkt werden.

Damit das Wasser wieder fließen kann, sollte der Duschkopf regelmäßig entkalkt werden.

Foto: dpa
 

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sollten in privaten Haushalten nur dann Desinfektionsmittel eingesetzt werden, wenn es ärztlich angeordnet wurde. Ansonsten sei es ausreichend, einfache Putzmittel zu verwenden, Lappen häufig auszutauschen und die Hände zu waschen. „Desinfektionsmittel enthalten Stoffe, die für die Gesundheit und die Umwelt gefährlich sein können“, schreibt das BfR auf seiner Homepage. So könnten etwa Ekzeme und Allergien ausgelöst werden. Sie seien deshalb für die Verwendung in privaten Haushalte nicht geeignet.

10. Reinigungsmittel sollten direkt auf Oberflächen gesprüht werden, damit sie richtig sauber werden

Wer beim Fensterputzen zu viel oder zu wenig Reinigungsmittel verwendet, hinterlässt schnell Wischspuren auf der Scheibe.
Wer beim Fensterputzen zu viel oder zu wenig Reinigungsmittel verwendet, hinterlässt schnell Wischspuren auf der Scheibe. Foto: Bodo Marks
 

Auf Armaturen sollten Reinigungsmittel nicht direkt, sondern immer einen feuchten Lappen gesprüht werden. Ansonsten kann die Mechanik der Armaturen beschädigt werden oder Kratzer auf dem Material entstehen, erläutert der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) in Frankfurt.

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erstellt am 19.Nov.2016 | 12:24 Uhr

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