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Panorama

08. Dezember 2016 | 15:25 Uhr

Für medizinische Zwecke : Dänemarks Bauern setzen auf legalen Anbau von Cannabis

vom

Auf dem Weltmarkt wird Cannabis für medizinische Zwecke Mangelware. Die Dänen wollen die eigene Produktion ankurbeln.

Apenrade/Kopenhagen | Der Verband der dänischen Bauern, Landbrug & Fødevarer (LF), setzt auf die Produktion von dänischem Cannabis für medizinische Zwecke und fordert von der Politik die Bildung einer Cannabis-Kommission, die sich intensiv mit dem Thema befassen soll.

Auch in Deutschland wird Cannabis bereits für medizinische Zwecke verwendet. Es gibt bundesweit etwa 40 Patienten, die eine medizinisch begründete Erlaubnis für Marihuana besitzen. Jüngst sorgte ein Fall aus Schleswig für Aufsehen. Ein Mann, der legal Marihuana konsumieren darf, baute in seiner Wohnung illegale Cannabis-Pflanzen an. Dafür muss er ins Gefängnis.

Wenn ab 2018 dänischen Patienten – wie von einer Mehrheit im Folketing gewollt – versuchsweise medizinisches Cannabis verabreicht werden soll, könnte es Probleme geben, ausreichend Stoff aus dem Ausland zu bekommen, so die Argumentation von LF.

Und, so der dänische Bauernverband, man müsse daher sicherstellen, dass dänisch produziertes Cannabis in ausreichendem Maße zur Verfügung steht. Die Nachfrage werde auch dadurch erheblich steigen, dass Volksbefragungen in mehreren US-Bundesstaaten ein klares Ja für die legale Anwendung von Cannabis ergeben hätten.

Neben Trump sei Cannabis der große Gewinner der Wahlen in den USA gewesen, so LF. Andere Länder wie Deutschland oder Australien würden wohl im kommenden Jahr auch grünes Licht geben. Daher müsse man von einer stark steigenden Nachfrage auf dem Weltmarkt ausgehen.

Eine dänische Cannabis-Kommission sollte die Möglichkeiten und Risiken einer dänischen Produktion untersuchen – und herausfinden, ob man qualitativ gutes Cannabis aus dem heute schon legalen Anbau von Industrie-Hanf gewinnen kann.

Der Vizevorsitzende des Bauernverbandes, Lars Hvidtfeld, meint, dass dänischen Patienten dänische Cannabisprodukte angeboten werden müssen: „Nur so können wir sicherstellen, dass dies in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen wird. Wir müssen eine dänische Produktion sichern, weil das Angebot auf dem Weltmarkt der Nachfrage in keiner Weise folgen kann. Wir müssen also untersuchen, ob wir medizinisches Cannabis aus der legalen Produktion von Industrie-Hanf gewinnen können – und ob wir den Anbau von Spezialprodukten unter anderem in Treibhäusern legalisieren sollen.“

Die Niederlande gehörten zu den wenigen Ländern, die Cannabis exportieren. Aber es sei sehr zweifelhaft, ob Dänemark da genug bekommen könne, so Berechnungen des Sozial- und Gesundheitsministeriums. Daher sähen dänische Bauern nun die Möglichkeit, ins Hanf- beziehungsweise Cannabis-Geschäft einsteigen zu können – zumal Stoffe aus der Cannabis-Pflanze auch zunehmend für Kosmetik eingesetzt werden.

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erstellt am 13.Nov.2016 | 08:50 Uhr

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