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Kritik wegen Tibet : China macht Richard Gere zum Independent-Filmer

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Hollywood meidet Richard Gere nach dessen China-Kritik wegen Tibet. Auch ein Independent-Regisseur sagte ab.

Richard Gere ist welltberühmt. Natürlich. In „American Gigolo“ hat er gespielt, in „Pretty Woman“, „Ein Offizier und Gentleman“. 67 Jahre alt ist Richard Gere inzwischen - und wieder dort angekommen, wo er gestartet ist: bei Independent Filmen. Oder wie er es nennt: „Klein, interessant, an Charakteren und Geschichten entlang erzählt. Es hat mein Leben nicht beeinflusst“, sagt er in einem Interview dem „Hollywood Reporter“.

„Es“, das ist China. Gere ist Buddhist, Freund des Dalai Lama, und berüchtigter China-Kritiker. 1993 sprach er sich bei der Oscar-Verleihung gegen die Besetzung von Tibet aus. Seitdem wird er zu den Acadamy Awards nicht mehr eingeladen. 2008 drehte er mit „Das Lächeln der Sterne“ (Original: „Nights in Rodante“ die letzte große Produktion. Seitdem: Independent.

Geres Rede bei der Oscar -Verleihung 1993 mit Kritik an der chinesischen Führung in Sachen Tibet

China ist inzwischen der zweitgrößte Kinomarkt der Welt. Und nicht nur das: Hollywood-Studios setzen zunehmend auf Co-Produktionen, jüngstes Beispiel ist „The Great Wall“ mit Matt Damon, eine 140-Millionen-Dollar-Produktion.

In diese Hollywood-Welt passt ein Richard Gere nicht mehr, der von China mit einem Einreiseverbot belegt wurde. Wirtschaftlich kann Gere das egal sein. „Ich muss keinen schrumpeligen Jedi in einem Blockbuster spielen“, sagt er. „Ich war in den letzten drei Jahrzehnten erfolgreich genug, um es mir leisten zu können, in diesen (kleinen) Filmen zu spielen.“

Nachdenklich wird Gere dann aber doch, wenn er erzählt, dass ihm auch nicht mehr jeder Independent-Film offen steht. Auch hier hat China offenbar schon einen langen Arm. „Ich wollte etwas mit einem chinesischen Regisseur machen“, erzählt er dem „Hollywood-Reporter“. „Zwei Wochen vor Start der Dreharbeiten rief er an und sagte: ,Tut mir leid, ich kann das nicht machen.' Wir telefonierten geheim über eine geschützte Leitung. Wenn ich mit diesem Regisseur gearbeitet hätte, wären ihm und seiner Familie nie wieder die Ausreise aus China erlaubt worden, und er könnte nicht mehr arbeiten.“

 

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erstellt am 20.Apr.2017 | 17:38 Uhr

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