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Panorama

03. Dezember 2016 | 20:52 Uhr

Uniklinikum Bergmannsheil‬‬ : Bochum: Feuer im Krankenhaus - mindestens zwei Tote, drei Menschen in Lebensgefahr

vom

Es ist eines der größten Krankenhäuser im Ruhrgebiet. Mehr als 200 Feuerwehrleute sind im Einsatz.

Bochum | Bei einem Großbrand in einem Bochumer Krankenhaus sind in der Nacht zum Freitag mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. 15 Menschen wurden nach offiziellen Angaben verletzt, 3 von ihnen schwer. Die Feuerwehr kämpfte stundenlang gegen die Flammen in der bekannten Klinik Bergmannsheil. Das Feuer war im sechsten Stock in einem Patientenzimmer der Abteilung zur Behandlung von Infekten ausgebrochen. Die Brandursache war zunächst unklar.

Große Teile des Dachs sind zerstört.
Große Teile des Dachs sind zerstört. Foto: Marcel Kusch

Einer der beiden Toten sei in dem Zimmer untergebracht gewesen, in dem das Feuer ausgebrochen war, sagte der Ärztliche Direktor der Klinik, Thomas Schildhauer, am Freitagmorgen vor Journalisten. Ein weiteres Opfer habe in einem Nachbarzimmer gelegen. Es seien auch bettlägerige Patienten versorgt worden.

Die Flammen breiteten sich innerhalb weniger Minuten aus und griffen vom sechsten Stock auch auf die siebte und achte Etage sowie auf das Dachgeschoss über. Auch die Feuerwehr war von dem Ausmaß überrascht, als sie am Einsatzort eintraf. „Das Brandereignis war viel weiter fortgeschritten, als zu vermuten war“, sagte Gottfried Wingler-Scholz von der Bochumer Feuerwehr. Teils sei hinter den Menschen, die sich an Fenstern bemerkbar machten, schon der Feuerschein zu sehen gewesen. Die Feuerwehr rechnete damit, den ganzen Tag über im Einsatz zu sein, um letzte Glutnester zu löschen.

Zerstörtes Dach, geschmolzene Fensterrahmen: Im Tageslicht wird deutlich, was das Feuer in der Nacht angerichtet hat.
Zerstörtes Dach, geschmolzene Fensterrahmen: Im Tageslicht wird deutlich, was das Feuer in der Nacht angerichtet hat. Foto: dpa

Augenzeugen berichteten von einem komplett zerstörten Dach. Wegen der enormen Hitze des Feuers seien Fenster und Möbel geschmolzen. Mehr als 150 Feuerwehrleute waren am frühen Morgen im Einsatz.

Hintergrund: Das Bochumer Krankenhaus Bergmannsheil

Im Bochumer Krankenhaus Bergmannsheil werden seit mehr als 125 Jahren Patienten behandelt. 1890 wurde das Hospital als erste Unfallklinik der Welt gegründet, damals als Spezialklinik zur Unfallversorgung der Bergbauarbeiter des Ruhrgebietes. Heute forschen und behandeln 23 Kliniken und Fachabteilungen. Der Klinikkomplex verfügt über 650 Betten. Jährlich werden im Bergmannsheil 21.000 Patienten stationär und 65.000 Patienten ambulant behandelt.

Ein Schwerpunkt des „Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil Bochum“ liegt in den chirurgischen Disziplinen der Unfallmedizin. Außerdem gibt es nach Angaben der Klinik Versorgungsaufträge für Rückenmarkverletzte, Schwerbrandverletzte und Schwer-Schädel-Hirnverletzte.

Unterstützung kam von Feuerwehren aus Dortmund, Gelsenkirchen und Herne sowie Helfern des Technischen Hilfswerks Bochum. Anwohnern wurde empfohlen, wegen der Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Das Feuer war gegen 2.35 Uhr ausgebrochen. In dem betroffenen Gebäude waren zuletzt 180 Patienten untergebracht, 100 von ihnen wurden vorzeitig entlassen, um die Lage zu entspannen. Weitere 80 Patienten werden hausintern verlegt. Das Krankenhaus sei aber nicht in der Notfallversorgung eingeschränkt, sagte Schildhauer. „Es sind keine Operationsbereiche betroffen.“ Das Universitätsklinikum Bergmannsheil mit rund 650 Betten ist eines der größten Krankenhäuser im Ruhrgebiet.

Das Universitätsklinikum Bergmannsheil ist eines der größten Krankenhäuser des Ruhrgebiets.
Das Universitätsklinikum Bergmannsheil ist eines der größten Krankenhäuser des Ruhrgebiets. Foto: Marcel Kusch

Ein Bettenlager könnte das Ausmaß des Feuers verstärkt haben, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) bei einem Besuch am Brandort in Bochum. „Das muss man jetzt klären, das ist die erste Information, dass in einem Geschoss darüber eben halt Betten gelagert wurden.“

Via Twitter gab die Stadt Bochum eine Telefonnummer für besorgte Angehörige heraus:

 
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erstellt am 30.Sep.2016 | 10:58 Uhr

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