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Panorama

04. Dezember 2016 | 02:59 Uhr

Hoboken in New Jersey : Bei New York City: Zug fuhr „mit hoher Geschwindigkeit“ in den Bahnhof

vom

Im Berufsverkehr bei New York ist eine Bahn verunglückt. Die Ursache ist noch unklar. Es gibt über 100 Verletzte.

New York | Bei dem Zugunglück in einem Bahnhof im Großraum der Millionenmetropole New York hat es Angaben von Donnerstagabend zufolge mindestens eine Tote und 108 Verletzte gegeben. Das sagte der Gouverneur des Bundesstaates New Jersey, Chris Christie, am Donnerstag bei einer live im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz in Hoboken. Der Zugführer habe das Unglück überlebt. Er sei schwer verletzt im Krankenhaus und arbeite mit den Behörden zusammen, um die Hintergründe des Unglücks aufzuklären.

Warum der Zug „mit hoher Geschwindigkeit“ in den Bahnhof einfuhr, sei noch unklar. „Wir sind mitten in der Untersuchung und werden keine voreiligen Schlussfolgerungen ziehen.“ Der Pendlerzug war am Donnerstagmorgen mitten im morgendlichen Berufsverkehr nach Angaben von Augenzeugen ungebremst in den Bahnhof von Hoboken eingefahren, Teile des Gebäudes stürzten ein.

Medien berichten von 75 Verletzten.
Medien berichten von 75 Verletzten. Foto: dpa
 

Die örtliche Nahverkehrsgesellschaft sprach von einem „schweren Unfall“, der Zugverkehr sei in Hoboken komplett eingestellt worden.

New Yorks Gouverneur Cuomo kündigte auch eine Untersuchung der zuständigen Behörden in New York und New Jersey an. Zudem wollte er sich gemeinsam mit seinem Kollegen aus New Jersey, Chris Christie, noch am Donnerstag ein Bild von der Lage in Hoboken machen. Dafür sagten die beiden Politiker ihre Reisen nach Israel zur Beerdigung des früheren Präsidenten Schimon Peres ab.

Der Zug mit der Nummer 1614 war etwa eine Stunde vor dem Unglück in Spring Valley im Bundesstaat New York nördlich von Hoboken gestartet und fuhr gegen 8.45 (Ortszeit) auf Gleis 5 in den Bahnhof von Hoboken ein.

Chronik: Zugunglücke in den USA

In den vergangenen Jahren kam es in den USA zu einigen folgenschweren Zwischenfällen mit Zügen - eine Auswahl:

April 2016: Beim Zusammenstoß eines Zuges mit einem Bagger in der Nähe von Philadelphia gibt es Tote. Der Fahrer des Baggers und sein Vorgesetzter sterben. Mehr als 30 Zugpassagiere werden verletzt.

Mai 2015: In Philadelphia entgleist ein Zug und überschlägt sich. Acht Menschen sterben, mehr als 200 werden verletzt. Die Bahn war viel zu schnell unterwegs.

März 2015: Mindestens 55 Menschen werden bei einem Zugunglück in North Carolina verletzt. Ein Personenzug rammt einen Lastwagen, der sich an einem Bahnübergang festgefahren hatte.

Februar 2015: In West Virginia entgleist ein Öl-Güterzug und gerät in Brand, mehrere Waggons explodieren. Ein nahe gelegenes Wohnhaus geht in Flammen auf. Rund 1000 Menschen müssen ihre Häuser verlassen.

Dezember 2013: Bei einem Zugunglück in New York sterben vier Menschen. Fast 70 Menschen werden verletzt, als ein Vorortzug im Stadtteil Bronx entgleist.

Juni 2011: In Nevada werden mindestens sechs Menschen getötet und etwa 20 verletzt. Ein Zug der bei Touristen beliebten Fahrt von Chicago nach Kalifornien stößt an einem Bahnübergang mit einem Sattelschlepper zusammen.

September 2008: Beim Zusammenstoß eines Pendler- und eines Güterzuges nahe Los Angeles werden 25 Menschen getötet und mehr als 130 verletzt. Kurz vor dem Unglück hatte der Lokführer eine SMS abgeschickt. Ermittlern zufolge war er dadurch abgelenkt und überfuhr ein Haltesignal.

US-Fernsehsender zeigten Bilder des Bahnhofs, in dem erheblicher Sachschäden entstanden war. Die Station von Hoboken ist einer der meistbenutzten Pendlerbahnhöfe im Umkreis von New York. Rund 50.000 Menschen passieren das Gebäude jeden Tag, die meisten auf dem Weg von und zur Arbeit in Manhattan auf der anderen Seite des Hudson River.

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erstellt am 29.Sep.2016 | 21:18 Uhr

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