zur Navigation springen

Forderung nach mehr deutscher Musik : Atemlos: Junge Union will Helene-Fischer-Quote im Radio

vom

Die Junge Union in Mecklenburg-Vorpommern fordert eine Schlager-Quote im Radio. Der Grund: Es wird zu wenig deutsche Musik gespielt.

Schwerin | Erst war es eine Bürgerinitiative aus Mecklenburg-Vorpommern, die forderte, dass mindestens die Hälfte der Titel im Radio deutschsprachig sein solle. Jetzt gibt es einen weiteren Vorstoß der Jungen Union. Sie will eine Schlager-Quote durchsetzen.

„Für ein besseres NDR Radio MV“ heißt die Bürgerbewegung, die in Mecklenburg-Vorpommern vor dem Landesfunkhaus des NDR in Schwerin demonstrieren will. Hunderte Schlagerfans fordern mehr Deutsch im Radioprogramm. Gegenüber der Ostsee-Zeitung kritisierte der Ex-Bürgermeister von Neukalen und Mitglied der Bürgerinitiative Günter Plagens: „Der wachsende Anteil älterer Hörer spiegelt sich bei der Musik nicht wieder.“ Eine halbe Million Hörer über 60 Jahren gebe es in Mecklenburg-Vorpommern. Nun werde für bessere Musik mobil gemacht, sagte Plagens.

Auf den Deutsch-im-Radio-Zug springt nun auch die Politik auf. Die Junge Union in Mecklenburg-Vorpommern fordert mehr deutsche Musik und besonders Schlager im Radio. „Der wachsende Anteil an verkaufter deutschsprachiger Musik muss sich endlich auch in den Programmen der Hörfunksender widerspiegeln“, sagte der JU-Landesvorsitzende Franz-Robert Liskow. Im Jahr 2014 habe es lediglich zehn Prozent deutsche Titel unter den Top 100 Charts gegeben. 2013 wären es noch 13 Prozent gewesen. „Europa wächst zusammen und bekennt sich zur Mehrsprachigkeit aber andere Sprachen sind im Hörfunk kaum zu finden.“

Das Thema „Deutschquote“ ist jedoch nicht neu. Im Jahr 2004 empfahl der Deutsche Bundestag bereits eine Mindestquote von 35 Prozent deutscher Musik. „Dieser Wunsch nach freiwilliger Selbstverpflichtung hat jedoch nichts gebracht“, konstatiert Liskow und wagt einen Blick ins Nachbarland: „In Frankreich müssen seit 1994 mindestens 60 Prozent europäische Künstler im Rundfunk gespielt werden.“ Ob mit gesetzlicher Quote oder mit freiwilliger Selbstverpflichtung: Die Junge Union Mecklenburg-Vorpommern wolle mehr deutsche Musik im Radio hören, sagt Liskow. „Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns muss sich dafür einzusetzen, dass in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, besonders beim Radioangebot des Norddeutschen Rundfunk Mecklenburg-Vorpommerns, mehr deutsche Musik, besonders deutscher Schlager, gespielt wird“

Durch Helene Fischer habe der Schlager ein frisches Image bekommen, sagte der 27-Jährige der Bild-Zeitung. „Der NDR glaubt noch immer, junge Leute wollen nur internationale Popmusik hören. Die sollen mal in Helenes Konzerte gehen.“

Die Reaktion von taz.de folgte auf dem Fuß. „Wenn eure Quote kommt, spielt Radio ,verboten‘ Tag und Nacht nur Rammstein.“ Und auch sonst bleiben die Reaktionen auf die Idee verhalten:

zur Startseite

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 11:41 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen