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Panorama

10. Dezember 2016 | 12:01 Uhr

Hotdogs an der Flensburger Förde : „Annies Kiosk“: Wie es mit dem Kult-Imbiss weitergeht

vom
Aus der Onlineredaktion

Nach dem Tod von Annie Bøgild untersucht die Kommune Apenrade Möglichkeiten zur Weiterführung des Imbisses in Süderhaff.

SØNDERHAV | Sie war das Gesicht eines der berühmtesten Imbissstände der Welt: Vor knapp drei Wochen verstarb die Besitzerin von „Annies Kiosk“, Annie Bøgild, nach langer Krankheit. Ihr Ableben hinterließ Raum für Spekulationen über die Zukunft der weit über die Grenzen bekannten Hotdog-Bude. Schnell machten Gerüchte die Runde, die Kommune Apenrade sei an einer erneuten Pacht nicht interessiert und sähe den Laden am liebsten aufgelöst.

Seit dem Tod von Annie Bøgild betreibt die Familie den legendären Hotdog-Stand in Süderhaff weiter. Über die Zukunft des Kioskes herrscht bis heute Unklarheit, weil die Kommune Apenrade Grundsitzeigentümer des von Bøgild gepachteteten Gebäudes ist.

Doch die Verwaltung wies die Vermutung postwendend zurück, dass es Überlegungen, geschweige denn Beschlüsse gibt, den Imbiss nicht weiterbetreiben zu lassen. Anhänger des Hotdog-Standes an der Flensburger Förde machten sich dennoch Sorgen, dass die Bude durch den Tod der langjährigen Pächterin nicht weiterbetrieben wird – und gründeten kurzerhand eine Facebook-Gruppe, die sich für ein Fortbestehen des Imbisses starkmacht.

<p>Der Bekanntheitsgrad von „Annies Kiosk“ reicht in alle Welt.</p>

Der Bekanntheitsgrad von „Annies Kiosk“ reicht in alle Welt.

Foto: dpa

Hintergrund der Spekulationen ist die Tatsache, dass der zuvor laufende Pachtvertrag zwischen der ehemaligen Inhaberin und der Kommune Apenrade mit dem Ableben Bøgilds nicht länger gültig ist. Auch die mitunter chaotischen Verkehrssituationen, hervorgerufen durch die häufigen Besuche von Motorradfahrern, soll Imbissfreunden zufolge Grund für eine anvisierte Schließung durch die Kommune sein. Bent Sørensen, Vorsitzender des Technischen Ausschusses, widerspricht dem jedoch. Stattdessen untersuche die Verwaltung, wie die Zukunft des Imbisses aussehen könnte.

Dazu plant die Kommune in den kommenden zwei Wochen verschiedene Szenarien vorzulegen. „Erst danach wird eine Entscheidung getroffen“, sagte Peter Kierkegaard, Teamleiter für Bau und Verwaltung, gegenüber der Zeitung „JydskeVestkysten“. Nach Meinung des Verwaltungsangestellten soll der Kiosk, den er als „Marke“ bezeichnet, auf jeden Fall bestehen bleiben. „Eine Möglichkeit könnte es sein, den Imbiss mit Hilfe einer öffentlichen Ausschreibung neu zu verpachten“, so Kierkegaard.

Dieses Szenario stößt bei den traditionsbewussten Fans des Kult-Imbisses jedoch auf bloßes Unverständnis. „Die Kommune sollte sich schämen, sollte die Familie das Geschäft nicht weiterführen dürfen“, äußerte sich ein Facebook-Nutzer zu den neuesten Plänen. Viele Unterstützer fordern ein Weiterführen des Kioskes durch die Familie der Verstorbenen.


Das ist auch Peter Kierkegaard nicht verborgen geblieben, der verspricht, „die bestmögliche Lösung finden zu wollen“. Dabei will er auch Rücksicht auf die Angehörigen nehmen. „Wir werden ein Gespräch mit ihnen führen“, sagte Kierkegaard der „JydskeVestkysten“.

Die Familie selbst würde „Annies Kiosk“ nur allzu gerne weiterführen. Bøgilds Schwester, Bente Hartmeyer, verkauft die berühmten Hotdogs seit mehr als 31 Jahren und kann sich eine Zukunft ohne Würstchen und Softeis nicht mehr vorstellen. Sie lässt keinen Zweifel daran aufkommen, wer den Kiosk ihrer Schwester übernehmen soll. „Ich würde es am liebsten sehen, dass die Kinder übernehmen – und sie wollen gerne“, so Hartmeyer, die den Betrieb bis zur endgültigen Entscheidung aufrechterhalten will.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 15:40 Uhr

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