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Panorama

06. Dezember 2016 | 15:06 Uhr

Horror in Deutschland : Ärger über Grusel-Clowns – sogar Stephen King wird sauer

vom

Stephen King hat die Nase voll von Grusel-Clowns. Manche Spaßmacher verzichten schon auf die weiße Schminke.

Schwieberdingen/Berlin | Nach mehreren Übergriffen von sogenannten Grusel-Clowns auf Passanten befürchten professionelle Spaßmacher einen Imageschaden. „Durch die Attacken wird der Clown immer mehr zum Angstobjekt“, sagte der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Zirkusunternehmen, Dieter Seeger. „Mit einem Clown soll eigentlich Spaß, Freude und Tollpatschigkeit assoziiert werden. Über ihn soll man lachen.“

Halloween eilt 2016 seiner Zeit voraus. Im Oktober ist es in Deutschland bereits mehrfach zu Vorfällen mit sogenannten Grusel-Clowns“ gekommen, bei denen Passanten zum Teil sogar Verletzungen davontrugen.

Warum entscheiden sich die Maskierten für ein Clowns-Kostüm? Das kann Seeger nur vermuten: „Möglicherweise hat das mit einigen Kinofilmen zu tun, in denen der Bösewicht als Clown auftritt - zum Beispiel bei Überfällen.“ Das weiß geschminkte Gesicht, die rote Nase und das breite Grinsen seien dann nur noch gruselig. Gerade auf Kinder wirke sich das traumatisch aus. „Viele moderne Clowns im Zirkus verzichten mittlerweile auf die weiße Gesichtsfarbe und Maske und setzen eher auf lustige Kleidung.“

Professionelle Clowns sind sauer

Die professionellen Clowns sind sauer und stellen klar: „Grusel-Clowns sind keine Clowns. Es sind wirre Menschen, die ihre destruktiven Neigungen auf diese armselige Art ausleben wollen.“ In einer Mitteilung des Dachverbands Clowns in Medizin und Pflege Deutschland heißt es weiter: „Sie sind weder komisch noch beeindruckend, sondern ein grotesker Abklatsch einer zutiefst menschlichen, positiven Freude an der Anarchie.“

Auch der Geschäftsführer des Vereins Rote Nasen Deutschland, Claus Gieschen, betonte in Berlin: „Wer Kinder und Erwachsene erschrickt und sich dabei hinter einer Maske verbirgt, richtet nicht nur seelischen Schaden bei den Betroffenen an, sondern beschädigt das Bild von Clowns in der Öffentlichkeit.“ Der therapeutische Einsatz von Clowns in Krankenhäusern sei wegen der Gruselwelle gefährdet.

Der Direktor des Zirkus „Roncalli“, Bernhard Paul, prophezeite in der österreichischen „Kronen Zeitung“, die Grusel-Clowns würden „so schnell verschwinden, wie sie gekommen sind“. Paul sagte weiter: „Die Kostümierung dieser Gestalten ist die eine Sache. Dass sie sich ungestraft Clowns nennen, ist die andere. Aber wenn sie dann auch noch mit Sägen und Knüppeln auf Leute losgehen, dann sind es Kriminelle, dafür ist die Polizei zuständig.“

In den USA und vielen weiteren Ländern - mittlerweile sogar in Schleswig-Holstein – machen Grusel-Clowns die Straßen unsicher.

Stephen King findet die Clown-Hysterie nervig

Als Videos tauchen die makabren Streiche oft im Internet auf. Inzwischen ist es selbst Stephen King zuviel. Der US-Horrorautor hatte mit dem Roman „Es“, in dem der böse Clown Pennywise reihenweise Kinder tötet, 1986 einen Bestseller gelandet. King schrieb diesen Monat auf Twitter: „Liebe Leute, macht endlich mal halb lang mit dieser Clown-Hysterie. Die meisten von ihnen sind gut, heitern Kinder auf und bringen Menschen zum Lachen.“

Politiker wollen durchgreifen

Die Übergriffe sogenannter Grusel-Clowns in Deutschland rufen jetzt auch die Politik auf den Plan. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte ein hartes Vorgehen an. „Solche üblen Gags können schlimme Folgen haben“, sagte der CSU-Politiker der „Passauer Neuen Presse“ (Montag). „Wir werden da deshalb auch nichts durchgehen lassen und jeden Fall konsequent verfolgen sowie entsprechend ahnden.“ Auch Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) warnte Grusel-Clowns vor den Folgen ihrer makabren Aktionen. „Wer andere sprichwörtlich zu Tode erschrecken will, ist nicht lustig, sondern ein Straftäter“, sagte Kutschaty der „Bild“-Zeitung (Montag).

Selbst wenn dem Opfer nichts passiere, könne die Tat eine strafbare Bedrohung sein. „Und auch hierfür kann der demaskierte Clown schon bis zu einem Jahr im Gefängnis landen.“

Das rät die Polizei

Die Gewerkschaft der Polizei in Baden-Württemberg rief Passanten zum Widerstand auf. Wer einem Grusel-Clown begegne, solle auf ihn zulaufen und beispielsweise laut „Hau ab“ rufen. „Wir halten diese geistigen Tiefflieger für sehr gefährlich.“

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erstellt am 24.Okt.2016 | 11:23 Uhr

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