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Panorama

03. Dezember 2016 | 05:42 Uhr

Tsunami-Wellen : „Absolute Verwüstung“ - Zwei Tote nach Erdbeben in Neuseeland

vom

Das Zentrum des Bebens lag nordöstlich von Christchurch. Besonders Provinzstädte sind betroffen.

Christchurch  | Das schwere Erdbeben in Neuseeland mit mindestens zwei Toten hat vor allem in dünn besiedelten Regionen starke Schäden verursacht. Die wirtschaftlichen Folgen dürften sich deshalb in Grenzen halten, sagte der Chefökonom der ASB-Bank, Nick Tuffley am Montag. „Einige Provinzstädte sind schwer betroffen, aber in den größeren Städten sind die Schäden offenbar überschaubar“, sagte er der Fairfax-Nachrichtenredaktion.

Besonders betroffen war der Bereich nordöstlich von Christchurch.
Besonders betroffen war der Bereich nordöstlich von Christchurch. Foto: dpa
 

Die Erde bebte kurz nach Mitternacht Ortszeit. Das Zentrum des Bebens der Stärke 7,5 bis 7,9 lag nördlich von Christchurch auf der Südinsel. An einigen Küsten brachen mehr als zwei Meter hohe Tsunami-Wellen herein. Mehrere teils starke Nachbeben erschütterten die Region. Christchurch hatte erst 2011 ein verheerendes Beben erlebt. Dabei waren 185 Menschen umgekommen.

Straßen wurden durch das Beben aufgerissen.
Straßen wurden durch das Beben aufgerissen. Foto: dpa
 

Bei dem neuen Beben haben Erdrutsche zahlreiche Straßen verschüttet, Hunderte Häuser wurden teils schwer beschädigt und in größeren Landstrichen fiel der Strom aus. Straßen wiesen tiefe Risse auf. Videos aus Überwachungskameras zeigten Supermärkte, in denen Flaschen und Nahrungsmittel aus den Regalen geschleudert wurden. Einwohner veröffentlichten Fotos von umgekippten Regalen und bröckelnden Zimmerdecken in sozialen Medien.

In den Supermärkten fielen die Produkte aus den Regalen.
In den Supermärkten fielen die Produkte aus den Regalen. Foto: dpa
 

Regierungschef John Key überflog die Region im Hubschrauber und sah an der Küste nördlich von Christchurch die massiven Felsabstürze. „Dort ist einfach absolute Verwüstung. Das wird Monate dauern, das wieder herzurichten“, sagte er. Am Morgen hatte er in der Hauptstadt Wellington 40 Touristen besucht, die in der Nacht im Parlamentsgebäude Zuflucht bekommen hatten. Sie schliefen in der Lobby, weil unsicher war, ob ihr Hotel noch sicher war.

Besonders betroffen war der Ort Kaikoura etwa 180 Kilometer nördlich von Christchurch. Er hat rund 2000 Einwohner. Dort wurde nach Medienberichten eine mehr als Hundertjährige aus den Trümmern ihres Hauses gerettet. Eine Person kam ums Leben, wie der Arzt des Kaikoura-Krankenhauses, Christopher Henry, im Fernsehen bestätigte. Sechs Menschen seien mit Verletzungen nach Christchurch geflogen worden, 15 würden vor Ort behandelt.

Nördlich von Kaikoura ging ein Erdrutsch in das Flussbett des Clarence nieder und staute das Wasser. Die Behörden warnten die Menschen in der Region, Abstand zum Fluss zu halten, weil das gestaute Wasser jederzeit durch die Schlammmassen brechen und eine Flutwelle auslösen könnte.

Neuseeland wird immer wieder von schweren Erdbeben erschüttert. Eine Übersicht der Beben vergangener Jahre:

Hintergrund: Erdbeben in Neuseeland der vergangenen Jahre

22. Februar 2011: 185 Menschen sterben bei einem Beben der Stärke 6,3. Tausende werden verletzt. Das Epizentrum liegt nur zehn Kilometer vom Stadtzentrum von Christchurch entfernt.

4. September 2010: Die Erde bebt mit einer Stärke von 7,1. Das Zentrum liegt 30 Kilometer nordwestlich der Stadt Christchurch. Das Beben ereignet sich 16 Kilometern Tiefe. Zwei Menschen werden schwer verletzt.

15. Juli 2009: Das schwerste Erdbeben nach Jahrzehnten erschreckt Zehntausende Einwohner in Neuseeland. Mit einer Stärke von 7,8 ist es noch mehr als 1400 Kilometer vom Epizentrum entfernt zu spüren. Es liegt vor der Südwestküste des Landes. Tote gibt es nicht.

20. Dezember 2007: Die Erde bebt mit einer Stärke von 6,6. Besonders betroffen ist die Stadt Gisborne auf der Nordinsel. Eine ältere Frau stirbt an einem Herzinfarkt. Es entstehen Schäden in Millionenhöhe.

 
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erstellt am 14.Nov.2016 | 08:12 Uhr

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