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Panorama

10. Dezember 2016 | 21:41 Uhr

Wedding Planner : 25-jährige Hochzeitsplanerin: Sie organisiert das Glück

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Glück der anderen hat Inga Skau sich auf die Fahnen geschrieben. Sie plant den schönsten Tag – die Hochzeit.

Flensburg/Stavenhagen | Brautstrauß, Torte, Kleid. Wo feiern? Und wie? Und was ist, wenn der DJ in letzter Sekunde absagt? „Habe mich vorhin mit meinem Verlobten gestritten, weil ich mit der Planung langsam überfordert bin“, jammert es in einem Internetforum, die Antwort klingt auch nicht gerade tröstlich: „Der Tag wird vorüber gehen.“ Wo geheiratet wird, droht Stress. Inga Skau ist entschlossen, den Tag der Tage trotzdem zum schönsten zu machen – nicht für sich selbst, sondern für andere. Die 25-Jährige ist Hochzeitsplanerin.

Hochzeiten werden immer aufwendiger und immer teurer: Viele Paare lassen sich den schönsten Tag im Leben einen fünfstelligen Betrag kosten. Bei der großen Planung überrascht es nicht, dass auch die Dienste der Wedding Planner immer mehr in Anspruch genommen werden.

Allein, wie sie da in der Sonne vor ihrer Fruchtschorle sitzt, verbreitet Inga Skau schon gute Laune. Sie strahlt. Irgendwie sei sie so wohl schon auf die Welt gekommen, sagt sie und hat auf die Frage, wie man auf die Idee komme, Hochzeitsplanerin zu werden, eine sehr einfache Antwort: „Menschen glücklich zu machen, macht mich froh.“ Damit hat sie sich in Schönwalde am Bungsberg selbstständig gemacht, betreut für die Agentur „Traumhochzeit“ Paare in Lübeck und im südlichen Schleswig-Holstein.

Selbst ist sie nicht verheiratet; das, sagt sie, hat noch Zeit. Aber die Sache mit dem Glück der anderen, die sei ihr bereits wichtig gewesen, als sie noch in ihrem ersten Berufsleben als Hotelfachfrau tätig war. Schon der Weg dahin war für ihre Familie ungewöhnlich. Die Eltern sind Landwirte, beide Brüder haben Landwirtschaft studiert.

Sie selbst, in Flensburg geboren, zog mit neun Jahren mit der Familie ins mecklenburgische Stavenhagen, wo die Eltern neu investiert hatten, machte ihr Abitur und ging zunächst einmal für ein halbes Jahr nach Australien und Neuseeland, wo sie sich mit Kellnern ein bisschen Geld verdiente. Der Zufall führte sie zwei Mal auf eine detailliert geplante Hochzeit. „Und das ist mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen“, sagt sie.

Zunächst war da eine Ausbildung zur Hotelfachfrau in Berlin, aber mit Hochzeiten kam sie bei anschließenden Anstellungen im Mecklenburgischen und am Rande der Holsteinischen Schweiz in Berührung. Da habe sie gewusst, dass das ihr Ding ist. Bestätigung war ihr vergangenes Jahr noch einmal die Hochzeit ihres Bruders, um die sie sich gekümmert hat. „Und da habe ich einfach die Seiten gewechselt“, sagt sie.

Blütenträume haben sie dabei nicht getrieben. Bei aller Freude am Freude verschenken rechnet sie ganz nüchtern vor, dass eine Hochzeit auch ganz ohne Hochzeitsplanerin ganz schnell mal 10.000 Euro kosten kann. Wenn das Geld dann für einen Tag ausgegeben wurde, den man lieber vergessen möchte, sei das ein schlechtes Geschäft.

Sie versteht sich als Freundin auf Zeit, die vor allem die Wünsche der Brautleute so gut wie möglich erfüllen will. Dass Hochzeiten wie Familienfeiern generell Zerwürfnisse der Familien magisch anziehen, sagt sie nicht, räumt aber ein, dass vor allem Brauteltern versucht sind, Einfluss auf Art und Größe einer Feier zu nehmen. Inga Skau sagt es mit dem Lächeln, dass einem selbst in Stresssituationen zu vergehen pflegt.

Die Wünsche der Brautleute wiederum sind so individuell wie ihre Quellen. Es gibt die, die traditionell mit Kutsche und Kirche, mit etwas Altem, etwas Neuen, etwas Geborgtem und etwas Blauem heiraten wollen. Und es gibt die, die eine moderne Hochzeit mit klaren Linien im Dekor vorziehen. Es gibt die, die einfach nur Hilfe bei der Suche nach der richtigen Location, einem DJ, einem Fotografen suchen, und es gibt die, die von der Einladungskarte bis zum Mitternachtsbüffet eine komplette Planung wollen.

Ist sie schon einmal mit richtig schrägen Wünschen konfrontiert worden? Die Hochzeitsplanerin lächelt. Wenn, wird sie Details niemals verraten. „Man kennt das Paar, da wundert einen nichts.“

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erstellt am 31.Jul.2016 | 14:27 Uhr

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