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Panorama

04. Dezember 2016 | 13:18 Uhr

Krieg in Syrien : 22 Kinder bei Luftangriff in Syrien getötet

vom

Die Unicef spricht von einem Kriegsverbrechen. Russland dementiert eine Beteiligung russischer Kampfflugzeuge.

Aleppo | Das Grauen im syrischen Bürgerkrieg nimmt kein Ende: Bei einem Luftangriff nahe einer Schule im nördlichen Syrien sind nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 35 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien 22 Kinder und 6 Lehrer, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) am Mittwoch mit. Nach Angaben der Beobachtungsstelle hätten sechs Luftschläge Ziele nahe des Ortes Haas in der Provinz Idlib südlich von Aleppo getroffen.

Der Bürgerkrieg in Syrien hat sich inzwischen auch zu einem Stellvertreterkrieg zwischen Russland (auf Seite der Regierung) und den USA (auf Seite der nicht-islamistischen Aufständischen) entwickelt. Für Russland ist Syrien außenpolitisch sehr wichtig, da der Kreml quasi nur noch hier eine wichtige Rolle im Nahen Osten spielt.

Aus Moskau wurde jede Verantwortung oder Beteiligung russischer Kampfflugzeuge oder auch von Maschinen des syrischen Regimes bestritten. „Wir haben nichts zu tun mit dieser furchtbaren Attacke“, sagte Sprecherin Maria Sacharowa vom Außenministerium in Moskau am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge. Sie sprach von einer „furchtbaren Tragödie“, die von internationalen Organisationen unverzüglich untersucht werden müsse. „Zur Zeit prüft das russische Verteidigungsministerium bereits alle ihm vorliegenden Daten“, sagte Sacharowa. Die Maschinen beider Parteien hätten in den vergangenen neun Tagen keine Angriffe in einem Radius von zehn Kilometern um Aleppo geflogen, sagte am Donnerstagmorgen Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.

Bei den Kindern handele es sich um Schüler, die Angriffe seien vermutlich von russischen Kampfflugzeugen ausgeführt worden, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.

„Dies ist eine Tragödie. Es ist ein Skandal. Und, wenn vorsätzlich, ein Kriegsverbrechen“, sagte Unicef-Direktor Anthony Lake in New York. Der Angriff sei möglicherweise die tödlichste Attacke auf eine Schule seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs vor mehr als fünf Jahren.

Aleppo - die umkämpfte Stadt

Aleppo war vor dem Bürgerkrieg die Handelsmetropole im Norden Syriens. Als neben Damaskus größte Stadt des Landes hat sie im Bürgerkrieg einen hohen strategischen und symbolischen Wert. Einst lebten hier mehr als zwei Millionen Menschen. Die Altstadt mit ihrer Zitadelle gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Große Teile des kilometerweiten überdachten Marktes sind inzwischen zerstört.

Aleppo gilt als die am heftigsten umkämpfte in dem seit mehr als fünf Jahren tobenden Krieg. Während das Regime den Westteil der Stadt beherrscht, kontrollieren Rebellen den Osten, der wegen fast täglicher Luftangriffe syrischer und russischer Kampfjets stark zerstört ist.

 

In der Provinz Idlib operiert ein Bündnis verschiedener Rebellengruppen, darunter auch Al-Kaida-nahe Islamisten.

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erstellt am 27.Okt.2016 | 08:43 Uhr

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